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Der Umbau ist bereits im vollen Gange. In dieses seit Jahren leerstehende Gebäude in der Eberhardstraße sollen wohnsitzlose Menschen einziehen.

Im Sozialausschuss vorgestellt

Das ist das neue Obdachlosenheim in Ebersberg

Ebersberg - Nahe dem Klostersee richtet die Diakonie in der Eberhardstraße ein leerstehendes Gebäude, das einer Münchner Stiftung gehört, für Wohnsitzlose her. 

Ein warmes Bett und ein Dach über dem Kopf werden Obdachlose bald an der Eberhardstraße nahe dem Klostersee finden. Die Diakonie Rosenheim richtet in einem dort seit vielen Jahren leerstehenden Gebäude einer Münchner Stiftung etwa zehn Plätze für Wohnungslose ein. Bereits seit November vergangenen Jahres war die Diakonie Rosenheim auf der Suche nach geeigneten Standorten für zwei dezentrale Gemeinschaftsunterkünfte, eine im Norden, eine im Süden des Landkreises. Die Kreiskommunen sollen in den Heimen Schlafplätze für insgesamt 20 Obdachlose anmieten können.

Schlafplatz für zehn Bedürftige

Der Standort für die südlichen Landkreisgemeinden ist nun gefunden. Darüber informierte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) in der Sitzung des Umwelt-, Sozial- und Kulturausschusses am Dienstagabend. Die Diakonie lässt das alte Gebäude an der Eberhardstraße derzeit als Obdachlosenwohnheim herrichten. Hier werden zunächst etwa zehn Bedürftige vorübergehend einen Schlafplatz finden, egal, ob sie durch einen Schicksalsschlag plötzlich ihre Wohnung verloren haben oder bereits jahrelang auf der Straße leben. Eine Vergrößerung der Unterkunft durch ein zusätzliches Gebäude im weitläufigen Garten hinter dem Haus stehe außerdem im Raum, sagte Brilmayer.

Bewohnern steht ein Sozialpädagoge zur Seite

Die Diakonie will den Bewohnern einen Sozialpädagogen zur Seite stellen, der beispielsweise bei der Wohnungssuche unterstützen soll. Die Stadt Ebersberg wird sich – ebenso wie weitere Kommunen im südlichen Landkreis – im Rahmen einer Zweckvereinbarung an dem Projekt der Diakonie beteiligen. Kosten fallen für die Stadt dabei zunächst keine an. Erst, wenn sie einen Platz beansprucht, zahlt sie dafür pauschal 510 Euro pro Monat, sozialpädagogische Betreuung inklusive.

Für Kommunen wird es günstiger

Es fällt in den Aufgabenbereich von Kommunen, zur Vermeidung von Obdachlosigkeit für geeignete Unterbringung von Bedürftigen zu sorgen. Bisher hält Ebersberg Betten für Wohnungslose an der Baldestraße bereit. Ein Platz kostet dort bis zu 1080 Euro pro Monat. Die Belegung von Betten in der neuen Diakonie-Einrichtung käme die Stadt also deutlich günstiger. „Das ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung, aber wir sollten uns von den zehn Plätzen für alle Südgemeinden keine Wunder erwarten“, sagte Brilmayer mit Blick auf die durch die große Zahl an Flüchtlingen vermutlich stark steigenden Obdachlosenzahlen.

Steigende Obdachlosenzahlen wegen „Fehlbelegern“

„Wir sollten uns jetzt schon gut aufstellen für die wachsende Zahl an Fehlbelegern, die uns die nächsten Jahre beschäftigen werden“, warnte Marina Matjanovski (CSU). So genannte „Fehlbeleger“ sind Flüchtlinge, deren Asylantrag bereits bewilligt wurde und die als obdachlose Sozialhilfeempfänger noch immer in Asylbewerberunterkünften leben, weil noch kein anderer Wohnraum für sie gefunden wurde. Kurz vor Weihnachten lebten 36 „Fehlbeleger“ im Stadtgebiet Ebersberg. „Das sind die letzten Zahlen, die ich im Kopf habe. Die werden wohl gestiegen sein“, räumte Brilmayer ein. Die geplante Unterkunft der Diakonie enthebe die Stadt freilich nicht der Verantwortung, für weiteren Wohnraum zu sorgen. „Wir haben da schon Ideen“, stellte der Bürgermeister in Aussicht. Spruchreif sei aber noch nicht.

Uta Künkler

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