Kein schöner Anblick: Der Platz vor dem Rathaus.

Neue Ortsmitte: Das Planen geht wieder los

Vaterstetten - Vaterstetten: Bürgermeister Georg Reitsberger hofft, dass das Dauerprojekt doch noch realisiert werden kann.

Im kommenden Jahr will Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) die Planungen für das neue Vaterstettener Zentrum wieder aufnehmen. Das geht aus der Antwort des Rathauschefs an den Bund der Steuerzahler hervor. Die Organisation wollte wissen, ob die bisherigen Planungskosten für das Projekt quasi „in den Sand gesetzt“ wurden. Immerhin wurden bisher rund 1,3 Millionen Euro eingesetzt.

Reitsberger wies die Vorwürfe zurück. Derzeit lieg das Zentrumsprojekt auf Eis. Die jüngste Planung, ein sogenanntes „Dialogverfahren“ scheiterte, weil der mögliche Investor insolvent wurde.

Hintergrund: Seit vielen Jahren wird für Vaterstetten unter anderem ein Veranstaltungssaal geplant. Verschiedene Standorte wurden diskutiert. Im Jahr 2001 lief ein Investorenwettbewerb, der jedoch kein umsetzbares Ergebnis brachte. 2003 rief die Gemeinde einen Architektenwettbewerb ins Leben. Der Siegerentwurf sollte umgesetzt werden. Als genauere Kostenschätzung vorlagen, stoppte der Gemeinderat die Planung. Der nächste Anlauf war im Jahr 2010. Entstehen sollte unter anderem ein neues Rathaus, ein Bürgersaal, eine Tiefgarage, Wohnen und Gewerbe. Der Wettbewerb lief bis 2013. Es kristallisierte sich ein Entwurf heraus, den der Gemeinderat favorisierte. Wenige Wochen vor der endgültigen Entscheidung geriet der Investor für diese Planung in Insolvenz.

Bis zu heutigen Tag gebe es keine neue Planung der Verwaltung oder aus den Gremien, so Reitsberger gegenüber dem Steuerzahlerbund. Es habe vordringliche andere Themen gegeben, wie den Schulneubau. Zwar lägen immer wieder Vorschläge von professionellen Projektentwicklern vor, die die gewerblichen Anteile der Planung umsetzen wollten. Diese Vorgaben seien jedoch dem Gemeinderat aus unterschiedlichen Gründen nicht vorgestellt worden. „Nach meinen Vorstellungen soll sich der Gemeinderat im Jahr 2016 mit neuen Planungskonzepten beschäftige“, so Reitsberger. Die Ausgangslage sei nach wie vor unverändert. Das Rathaus sei stark sanierungsbedürftig, ein Veranstaltungssaal werde schmerzlich vermisst, Einkaufsmöglichkeiten im Ortsteil Vaterstetten würden benötigt. Wie das neue Planungskonzept aussehen könnte, könne er derzeit nicht beantworten, so Reitsberger. Er favorisiert jedoch ein „Kooperationsmodell“, bei dem ein gewerblicher Investor die notwendige Tiefgarage errichte, während die Gemeinde sich ausschließlich um ihre öffentlichen Bauten kümmert. Die notwendigen Finanzmittel sollen durch Grundstücksverkäufe im Ortszentrum beschafft werden.

Zu den Fragen des Steuerzahlerbundes erklärte Reitsberger: Die Gemeinde habe in den vergangenen Planungsstadien wichtige Erkenntnisse gewinnen können. Er gehe daher nicht davon aus, dass die genannte Summe von 1,3 Millionen Euro „in den Sand gesetzt“ sei. Ein Großteil der Erkenntnisse könnten im weiteren Planungsverlauf sehr gut verwendet werden. „Es sollte bei einer Zusammenarbeit aller politisch interessierten Kräfte mit diesen Vorkenntnissen möglich sein, das Ortszentrum Vaterstetten endlich zu realisieren“, ist der Rathauschef zuversichtlich.

Robert Langer

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