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So könnte das neue Gebäude am Ebersberger Waldsportpark aussehen. Geplant hat es Architekt Alexander Schmidmaier, der ehrenamtlich Jugendtrainer beim TSV Ebersberg ist.

Heizungsfrage noch offen

Neuer Ebersberger Waldsportpark dreht Extrarunde

Das Umkleidehaus am Ebersberger Waldsportpark kann kaum mehr als solches genutzt werden. Erst jüngst mussten die Sanitärräume nach einem Wasserrohrbruch – nicht der erste seiner Art – geschlossen werden. Das 50 Jahre alte Haus am Rande des Forsts ist marode. Der Turn- und Sportverein (TSV) Ebersberg wünscht sich schon lange ein neues Gebäude, die Planungen laufen seit 2017.

Ebersberg – Die Frage nach einer sinnvollen Heizungsanlage wirft das Projekt jedoch im Zeitplan etwas nach hinten. Ein neues, unterkellertes Umkleidehaus mit Kabinen, Sanitärräumen, Küche und Mehrzweckräumen für Sportkurse, Tribünen sowie ein neuer Werkstatt- und Lagerschuppen für den Platzwart sollen entstehen. Geplant hat das Architekt Alexander Schmidmaier, der ehrenamtlich Jugendtrainer beim TSV Ebersberg ist. Seinen ersten Entwurf hatten die Ebersberger Stadträte bereits vor eineinhalb Jahren für gelungen befunden. Zumal die Verantwortlichen vom TSV beteuert hatten, sich finanziell als auch durch handwerkliche Eigenleistung nach Kräften am Projekt zu beteiligen.

Nun hat Schmidmaier den Stadtrat in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses ein weiteres Mal besucht – mit einer überarbeiteten Planung im Gepäck. Gemeinsam mit einem von der Stadt beauftragten Baldhamer Ingenieurbüro und Ebersbergs Klimaschutzmanager Christian Siebel hat er eine Lösung für die Heizung erarbeitet. Nicht nur aus ökologischen Gründen sei eine Hackschnitzelheizung an dem Standort mitten im Wald, der den Rohstoff liefert, der Favorit. Diese will Schmidmaier im Keller des Gebäudes unterbringen, inklusive einem 20 Quadratmeter großen Vorratslager für die Hackschnitzel. Die dafür notwendige zusätzliche Unterkellerung und die Haustechnik ergeben Mehrkosten von etwa 500 000 Euro gegenüber der Berechnung von 2017. Ohne Kücheneinrichtung und Mobiliar kalkuliert Schmidmaier mit rund 2,6 Millionen Euro.

„Für die Heizung müssen wir uns was Besseres einfallen lassen“, kritisierte CSU-Stadtrat Martin Schechner, der als Landwirtschaftsmeister in seinem Alltag mit Hackschnitzelheizungen zu tun hat. Der Lagerraum sei deutlich zu klein, dieser müsse, so meint Schechner, achtmal im Jahr, im Winter wohl alle drei Wochen, neu befüllt werden. Zudem sei die Füllöffnung mit zwei Metern zu schmal für die Lieferfahrzeuge, sodass in der Praxis ein Haufen Hackschnitzel vor dem Gebäude abgeladen werden müsse, den man dann „schaufelweise reinfüllen“ würde. Deutlich vernünftiger wäre in Schechners Augen der Bau eines zusätzlichen Schuppens mit großem und leicht anfahrbarem Hackschnitzel-Bunker. Das sei nicht nur praktischer, sondern auch deutlich günstiger, meinte er.

Recht ratlos waren die anderen Stadträte nach Schechners Kritik, schließlich kenne sich sonst niemand so richtig aus mit Hackschnitzelheizungen. „Praktiker und Planer sollen sich mal zusammensetzen“, lautete schließlich Alois Lachners (CSU) Vorschlag.

Schechner und das Ingenieurbüro versuchen nun gemeinsam eine Lösung zu finden. Die Planung für den neuen Waldsportpark dreht also noch eine weitere Runde, ehe der Bau beantragt werden kann.

Uta Künkler

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