Hier soll bald ein Aussiedlerhof stehen. Der Geräteschuppen rechts wird integriert. Foto: sro

Neuer Nachbar im Osten

Vaterstetten - Vaterstetten wächst, auch im Außenbereich. Zwischen dem Reitsberger Hof und dem Ortsschild in Richtung Baldham-Dorf wird sich ein weiterer landwirtschaftlicher Betrieb ansiedeln - auf einer Fläche von rund 21 000 Quadratmeter.

Der Bauausschuss gab in seiner jüngsten Sitzung mit einem positiven Votum zu einer Voranfrage grundsätzlich grünes Licht für das Projekt. Entstehen sollen in einem ersten Bauabschnitt eine Biogasanlage inklusive Blockheizkraftwerkhaus, Fermenter und Nachgärer, eine Fahrsiloanlage sowie eine Maschinenhalle. In einem zweiten Bauabschnitt sind ein Rinderstall sowie ein Betriebsleiterwohnhaus vorgesehen. Und der Antragsteller behält sich vor, zusätzliche Flächen für eine mittel- oder langfristige Erweiterung des landwirtschaftlichen Betriebes frei zu halten. Angedacht sind dabei ein Endlager mit Folienhaube, eine Fahrsiloerweiterung und eine Vergrößerung des Stalls. Die Zufahrt zur Hofstelle soll über die Baldhamer Straße entlang der östlichen Grundstücksgrenze führen.

Es handelt sich dabei um einen Aussiedlerhof. Als Grund für den Umzug wird die beengte Situation an der derzeitigen Hofstelle an der Dorfstraße in Vaterstetten angegeben. Erweiterungsmöglichkeiten gebe es dort nicht, so die Antragsteller.

Das Landwirtschaftsamt in Ebersberg steht dem Vorhaben positiv gegenüber. Es sei „zweckmäßig und angemessen dimensioniert“, heißt es in einer Stellungnahme der Behörde. Die Voraussetzung für eine Privilegierung sei gegeben. Damit ist eine Baugenehmigung im Außenbereich möglich. Zur weiteren Begründung führte das Amt an, die „dauerhafte und nachhaltige Nutzung“ des landwirtschaftlichen Betriebes sei gesichert, da der Sohn des Antragstellers als Landwirtschaftsmeister und Agrarbetriebswirt bereits im elterlichen Betrieb beschäftigt ist und die Betriebsnachfolge antreten soll. Skeptische Töne gibt es jedoch von der Unteren Naturschutzbehörde. Zwar ist man dort nicht grundsätzlich gegen das Vorhaben, kritisiert jedoch den hohen Flächenverbrauch. Vorschlag: Die Gebäude sollten enger zusammenrücken. Nach derzeitiger Planung betrage die kürzeste Entfernung zwischen Wohnhaus und dem nächsten landwirtschaftlichem Gebäude rund 70 Meter. Die geplante Baumaßnahme sei ein „erheblichen Eingriff“ in die Natur.

Von Robert Langer

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