Auf dem Acker östlich des Rathauses könnte das neue Zentrum entstehen. Foto: sro

Neues Zentrum auf dem Acker

Vaterstetten - Große Aufgaben kommen im kommenden Jahr wieder auf Vaterstetten zu.

Gleich zu Beginn soll die Planung für das neue Baugebiet Nordwest/West ein gutes Stück vorankommen, wie Bürgermeister Georg Reitsberger gegenüber der Ebersberger Zeitung erklärte. Der erste Spatenstich könnte im Herbst 2016 sein. Das ist auch nötig. Denn aus dem Erlös der dortigen Grundstücke im Eigentum der Gemeinde soll die neue Schule am Sportgelände finanziert werden. „Das müsste finanziell ungefähr hinkommen“, so Reitsberger. „Wir haben bei der Schule Abstriche gemacht.“ Man stehe unter Zeitdruck, weil die Baupreise wohl anziehen würden. Ab September 2019 könnten die neuen Räume dann genutzt werden. Die neue Schule ist Ersatz für die marode Grund- und Mittelschule. Auf dem dortigen Gelände könnte Wohnbebauung entstehen.

Das nächste Projekt sei anschließend die Wendelsteinschule, so Reitsberger. Dort könnte er sich zusätzlich zur Sanierung des Bestandes als Erweiterung einen Neubau vorstellen. Während der Bauphase müssten einige Klassen ausgelagert werden. Reitsberger könnte sich vorstellen, einen Teil der Schule an der Gluckstraße, die ja eigentlich abgerissen werden soll, als Ausweichlösung zu nutzen. „Das wäre besser als Container aufzustellen“, so Reitsberger. Vaterstetten werde in den kommenden Jahren weiter wachsen, nicht nur durch das neue Baugebiet, auch durch Innenverdichtung. Auch erwartet der Bürgermeister in den älteren Siedlungen einen Generationenwechsel und damit den Zuzug junger Familien mit Kindern. „Vaterstetten wird jünger“, freut sich der Bürgermeister. Die Gemeinde Vaterstetten gilt derzeit als Kommune mit dem höchsten Altersdurchschnitt im Landkreis. Die Folgen der Entwicklung: Höherer Platzbedarf für Kindergärten und Horte. Auch in den Schulen könnte es eng werden. Die neue Schule sei so geplant, dass man aufstocken könne, so Reitsberger.

Die Mitarbeiter des Rathauses, vor allem im Bauamt, werden also weiter gut beschäftigt sein. „Die Aufgaben sind riesig“, so Reitsberger. Er will auch die Planung für ein neues Ortszentrum Vaterstetten wieder ankurbeln. Sein Vorschlag ist, dazu ein rund 8000 Quadratmeter großes Gelände östlich des Rathauses zu verwenden. Das Areal ist im Eigentum der Kommune. Das Rathaus selbst, dessen Abriss unter anderem aus energetischen Gründen bereits so gut wie sicher war, könne laut Reitsberger noch stehen bleiben. Die Raumprobleme seinen mit dem Umzug der Kämmerei und der Kasse in den gegenüberliegenden Winkelbau gelöst.

Innerhalb des Hauses wurde umstrukturiert. Unter anderem bekam Vizebürgermeister Martin Wagner (CSU) ein eigenes Büro. Er hatte sich nach dem Weggang von Hauptamtleiter Götz Beckenbauer unter anderem um Personalangelegenheiten gekümmert. „Im Sachen wie dem Tarifrecht stecke ich einfach nicht drin“, räumte Reitsberger ein. Künftig wird Wagner aber wieder entlastet. Die Stelle im Hauptamt wurde wieder besetzt, mit der Juristin Linda Wagner.

Robert Langer

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