Eine Traglufthalle wie diese in Unterhaching wird anfang nächsten Jahres in Pliening aufgestellt. Im Februar folgt eine weitere in Grub. foto: florian Prommer

Neuland für Polizei und Feuerwehr

Poing - Für die Polizeiinspektion sowie für die Feuerwehren in Poing und Pliening werden die beiden Traglufthallen eine neue Herausforderung sein. Noch weiß niemand genau, was im Notfall zu tun ist.

Sowohl Robert Gaipl als auch Christian Erl hoffen, dass das Landratsamt als Bauherr baldmöglichst die Baupläne und das Brandschutzkonzept für die beiden Hallen fertig hat und ihnen zustellt. Damit die Kommandanten der Feuerwehren Poing und Pliening mit ihren Kameraden mögliche Notfälle besprechen und eventuell vorab in einer Übung durchgehen können. „Ich erwarte schon, dass wir in den ersten zwei Januarwochen was vorliegen haben“, sagt Plienings Kommandant Christian Erl. Auch sein Poinger Kollege Robert Gaipl wartet auf die Pläne, damit sich die Einsatzkräfte vorbereiten können. „Für uns ist so eine Traglufthalle komplettes Neuland“, sagt er.

Dies gilt auch für die Poinger Polizei, in deren Zuständigkeitsbereich beide Asylbewerber-Notunterkünfte liegen. „Wir spielen verschiedene Szenarien durch“, erläutert Inspektionsleiter Helmut Hintereder. Beispielsweise welche Straßen im Falle eines Brandes abgesperrt werden müssen.

Auch wenn mit den beiden Traglufthallen potentiell bis zu 600 neue Menschen (jeweils 300) ankommen, werde das Personal der Polizeiinspektion Poing nicht aufgestockt. „Nein“, sagt Hintereder und lächelt, „wir sind in Bayern ja auch kein Einzelfall.“ Trotz der neuen Einrichtungen sehe er keinen Bedarf für mehr Personal, fügt Poings Polizeichef hinzu. Sollte es doch einmal zu einem Großeinsatz kommen, beispielsweise wegen einer Schlägerei, würden Kräfte von den umliegenden Inspektionen hinzugezogen. Das sei schon jetzt der Fall.

Die Erfahrungen, die Hintereder bislang mit den Flüchtlingsunterkünften im Dienstbereich gemacht hat, schildert er so: „Bislang gab es außerhalb der Unterkünfte keine Straftat, an denen Asylbewerber beteiligt waren.“ Wenn, dann würden sich Flüchtlinge untereinander in die Haare kriegen. Wie schon jetzt der Fall, werde die Polizeiinspektion Poing weiterhin jede Unterkunft mehrmals täglich mit einer Streife anfahren, mindestens auch einmal nachts.

Derzeit sind laut Hintereder im Dienstbereich (Anzing, Poing, Pliening, Markt Schwaben, Forstinning, Vaterstetten und Zorneding) über 600 Flüchtlinge untergebracht. Ab nächster Woche kommen etwa 170 hinzu, die in die Turnhalle der Poinger Dominik-Brunner-Realschule einquartiert werden. Im Januar und Februar folgen die beiden Traglufthallen.

Armin Rösl

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