Sie alle kamen nach Dorfen, um eigentlich nichts zu sagen (v.l.): Erdings Landrat Martin Beyerstorfer, Minister Martin Zeil, Klaus-Dieter Josel, Bayern-Chef der Bahn, die Bundestagabgeordneten Max Lehmer und Stephan Mayer, Minister Peter Ramsauer, Minister Marcel Huber und Ellen Kray von der EU-Kommission. Foto: Renner

Nichts Neues - aber das schon wieder

Landkreis Ebersberg - Für Erdings Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) war es eine „bedeutende Veranstaltung“. Für den Ebersberger Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer (SPD) eine „Nullnummer.“

Die Rede ist vom „Bahn-Gipfel“ zum Ausbau der Strecke München-Mühldorf, der am Montag in Dorfen stattfand und an dem auch Ebersbergs Landrat Gottlieb Fauth (CSU) und die beiden Bürgermeister Albert Hingerl (SPD, Poing) und Georg Hohmann (SPD, Markt Schwaben) teilnahmen. Ergebnis: Nichts, außer Absichtserklärungen und Solidaritätsbekundungen.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) versuchte Aufbruchstimmung zu verbreiten bei einem von ihm flapsig titulieren „Projekt, das fast einen historischen langen Bart hat“. Jetzt bekomme der Bahnausbau „konkrete Perspektiven“. Es gelte jetzt, beim weiteren Ausbau „Stück für Stück“ vorzugehen. Ramsauer sieht es positiv, dass die Bahn bereits dabei sei „Engpässe zu beseitigen“, etwa im zweigleisigen Abschnitt zwischen Ampfing und Mühldorf.

Und auch die Planungen für den zweigleisigen Ausbau zwischen Mühldorf und Tüssling ging gut voran. Ramsauer hofft, dass bereits Anfang nächsten Jahres der Planfeststellungsbeschluss für dieses Teilstück vorliegt. 2016, so glaubt der Minister, kann diese Strecke dann in Betrieb genommen werden. Jetzt gelte es, auch die weitere Strecke zweigleisig auszubauen. Bei einem Treffen am heutigen Dienstagabend will der Minister mit Bahnchef Grube eine Vereinbarung darüber treffen, wer die Planungskosten trägt. Ramsauer: „Nachdem ich selbst aus dieser Region komme, wacht das Auge des Bundesverkehrsministers täglich über diesem Projekt.“Auf konkrete Zahlen wollte sich der Minister nicht einlassen, vor allem nicht, was den Zeitplan betrifft.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) wies auf „das überragende Interesse des Freistaates Bayern“ an dieser Strecke hin. Es gebe viele Unternehmen, gerade im Chemiedreieck, die Planungssicherheit bräuchten. Laut Zeil muss es jetzt schnell weitergehen, da das Projekt ja auch von der Europäischen Union gefördert werde. Fehler der Vergangenheit, wo wegen mangelnder Vorfinanzierung durch Deutschland EU-Mittel nicht abgerufen werden konnten, dürften nicht mehr gemacht werden. Als „sehr gut“ bezeichnete es Zeil, dass der Bahn-Gipfel gezeigt habe, dass die ganze Region hinter den Ausbauplänen steht. Ewald Schurer (SPD), der vom Erdinger Landrat ausgeladen worden war (wir berichteten) , dann aber doch an dem Treffen teilnahm, meinte, es seien lediglich bereits bekannte Fakten „aufgefrischt“ worden.

Von Anton Renner

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