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Maik Wilsmann erkennt am Geruch von Kot verschiedene Tiere aus dem Zoo. 

Niebler stinken die Kotschnüffler

Vaterstetten - Wenn jemand am Gestank eines Kotbatzens die jeweilige Tierart erkennen kann, die den Haufen hat fallenlassen, ist dann ein Bildungsauftrag erfüllt? Thomas Gottschalk sagt „ja“, die EU-Abgeordnete Angelika Niebler sagt „nein“.

Dschungelcamp mit betagten Fernsehnudeln gegen Kot-Wette bei „Wetten dass?“: Gewonnen hat dieses Match auf unterirdischem Nivau das ZDF, jedenfalls was die Quote betrifft. Die Kotschnüffler hatten die Nase vorne. Verloren hat hingegen das Nivau des öffentlich-rechtlichen Fernsehens – sagt Angelika Niebler (CSU) aus Vaterstetten. Ihr graust. Die Europaabgeordnete ist Mutter zweier Söhne, sitzt im Fernsehrat des ZDF und zeigte sich empört: „Das war so ekelhaft. Ich musste wegschauen“.

Als stellvertretende Vorsitzende des Programmausschusses, zuständig für Show, Kultur, Wissenschaft und Jugend, hätte sie allerdings das notwendige Mitspracherecht, wenn es darum geht, unappetitliches „Ekelfernsehen“ zu unterbinden. Warum wird nicht vorher eingeschritten, statt anschließend zu lamentieren? „Der ZDF-Fernsehrat hat die Aufgabe, das Programm zu beobachten und erst danach zu bewerten.“ Würde vorher gegen eine Sendung eingeschritten, „wäre sehr schnell von Zensur die Rede“, argumentiert Niebler zu Recht. Sie hofft aber: „Mit unserer Kritik wird sehr sorgfältig umgegangen.“ Kritik entzündete sich auch daran, dass dem amerikanischen Filmstar und Stauffenbergdarsteller Tom Cruise ein öffentliches Forum in der Show gegeben wurde. Cruise macht keinen Hehl aus seiner Begeisterung für die Scientology-Organisation. „Wir haben die Gremien, um die Programmkritik anzubringen. Die werde ich auf Tom Cruise und Scientology nochmal anreden“, kündigte Niebler an.

Fotostrecke: Die Show "Wetten, dass...?" in Offenburg

Bilder aus der Show "Wetten dass...?" in Offenburg

Scientology wird seit den 90er Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet. Der einzige, der sich das Wort „Scientology“ in der Sendung überhaupt in den Mund zu nehmen getraute, war der Kabarettist Michael Mittermeier.

Wenn man an einem Kothaufen eine Tierart erkennt, ist der Bildungsauftrag erfüllt, argumentiert Showmaster Thomas Gottschalk sinngemäß. Niebler hingegen sagt: „Das ist ein schlechter Vergleich. Wenn ich damit jede Art von Programmgestaltung rechtfertigen kann, dann müssen wir uns über den Begriff Bildung unterhalten.“ Für die Abgeordnete ist nämlich ein entscheidender Unterschied, ob sich ein privatrechtliches Fernsehen über Zuschauer und Werbung finanziert, oder ob zur Programmgestaltung öffentliche Steuermittel zum Einsatz kommen, wie das beim ZDF der Fall ist. Wenn so viele Zuschauer Menschen sehen wollen, die an Kothaufen schnüffeln, war das dann von den Programmgestaltern nicht richtig, das zu zeigen?

„Zeitgleich mit dem Dschungelcamp wurde hier gezielt der Ekelmoment aufgegriffen“, kritisiert Niebler und argumentiert: „Das öffentlich-rechtliche Programm ist steuerfinanziert und deshalb muss man auf Qualität achten.“ Ob die Kritik des Programmausschusses etwas bringt? Niebler erinnert daran, dass das Niveau des öffentlich-rechtlichen Fernsehens schon einmal Gegenstand von Diskussionen war. Vor wenigen Wochen war es der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, der diese Frage aufwarf.

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"Wetten, dass...?": CSU protestiert gegen Kot-Wette

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