Ein Kleiber an einem Nistkasten. Foto: LbV Ebersberg

Ein Nistkasten soll neue Mitglieder werben

Zorneding - Um neue Mitglieder zu finden, startet die Ebersberger Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz in Zorneding ein Pilotprojekt. Alles beginnt mit einem Nistkasten.

„Die Natur im Landkreis braucht dringend Unterstützung“, sagt Richard Straub, Vorsitzender der Kreisgruppe Ebersberg des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV). Und so wurden in der gesamten Gemeinde Zorneding 4400 Flyer an alle Haushalte verteilt. Es geht um die Werbung neuer Mitglieder. Sie sollen quasi als Dankeschön einen Vogelnistkasten erhalten. Und ein bisher schon aktives Mitglied der Vogelschützer wird den Nistkasten auch auf Wunsch auf einem geeigneten Baum oder am Haus fachgerecht aufgehängt.

Die Aktion in Zorneding die noch bis Ostern läuft, hat Pilotcharakter. „Wenn es hier klappt, verteilen wir auch in andreren Gemeinden im Landkreis die Flugblätter“, so Straub gegenüber der Ebersberger Zeitung. Das Nistkasten-Angebot gilt für jedes neue Mitglied im gesamten Landkreis.

Aber warum läuft die Flyer-Aktion in Zorneding? „Die Idee dazu hatte unser Vizevorsitzender Rainer Förderreuther. Und der wohnt in Zorneding“, sagt Straub.

Die Kreisgruppe des Landesbund für Vogelschutz wurde im Jahr 1979 von einer Handvoll Naturfreunden gegründet. Sie setzen sich seit nunmehr 34 Jahren für den Biotop- und Artenschutz im Landkreis ein. Und das mit Erfolg. „Unzählige, andernorts inzwischen seltene oder bereits verschwundene Tier- und Pflanzenarten kommen zum Teil nur noch auf den vom LBV gepflegten Flächen im Landkreis vor“, so Straub.

Doch auch der klassische Artenschutz kommt in der Kreisgruppe Ebersberg nicht zu kurz: Nisthilfen für Greif- und Singvögel werden ebenso betreut wie Fledermausquartiere. Weitere Schwerpunkte der LBV-Kreisgruppe Ebersberg sind Aktivitäten im Bereich Gebäudebrüter, Fledermausschutz, Schutz von höhlenbrütenden Singvögeln, Installation von Nistmöglichkeiten für Singvögel, Schleiereule, Weißstorch, Dohle sowie Turmfalke.

Ein Teil der rund 600 Mitglieder trifft sich einmal im Monat, immer am dritten Dienstag, in Zorneding zu Vorträgen und Exkursionen. „Denn nur was man kennt, kann man schätzen und schützen“, bringt es Richard Straub auf den Punkt. Ohne eine breite Unterstützung durch Mitglieder, Förderer und Aktive allerdings, sei die Vielzahl der Aufgaben auf Dauer von der Kreisgruppe nicht zu bewältigen. Deshalb hoffen der Vorstand und die bisherigen Aktiven auf zahlreiche neue Mitglieder - egal ob aktiv oder passiv: „Wir können jede Unterstützung brauchen“, so Rainer Förderreuther. Die Stadt Ebersberg ist übrigens vor wenigen Wochen dem LBV als Mitglied beigetreten.

lan

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