Wenige rote Flecken meldet beispielsweise die Telekom – aber bei der langsamen 2G-Abdeckung.
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Wenige rote Flecken meldet beispielsweise die Telekom – aber bei der langsamen 2G-Abdeckung.

Anbieter: 99 Prozent versorgt

Handyempfang im Landkreis Ebersberg: Nutzer beklagen viele Lücken

  • Raffael Scherer
    VonRaffael Scherer
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Das Handy ist unterwegs ein Multitalent –wenn der Empfang stimmt. Die Mobilfunkanbieter sprechen von guter Abdeckung und geloben weitere Besserung. Die Nutzer sind da kritischer.

Landkreis – Über 99 Prozent der Bevölkerung im Landkreis Ebersberg sind mit Mobilfunk versorgt. So die Aussage der drei führenden Mobilfunkvertreter Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica/O2. So sorgen laut Telekom-Sprecher Markus Jodl 48 Standorte für Empfang, 34 davon seien bereits auf den neuen 5G-Standard aufgerüstet. „Edge (Standard, der zu nicht viel mehr als Telefonieren reicht; Anm. d. Red.) spielt keine Rolle mehr“, heißt es. Bis auf etwa „eine kleine Lücke“ im Ebersberger Forst sei der Landkreis „gut versorgt“.

Ähnlich berichtet dies auch Jörg Borm von O2: „Aktuell deckt das O2-Netz (2G/3G/4G) die Bevölkerung im Landkreis Ebersberg vollständig ab.“ Die einzigen ihm bekannten Funklöcher gebe es „in den Tiefen des Anzinger Forstgebietes“.

Anbieter: 99 Prozent aller Haushalte mobil versorgt

Die vollständige Abdeckung biete ebenso Vodafone, so Konzern-Sprecher Tobias Krzossa. Seiner Aussage nach hätten mehr als 99 Prozent der Haushalte nicht nur Edge-Empfang, sondern könnten auch mobil surfen. „Trotzdem ist dieses eine Prozent nervig“, gibt er angesichts der letzten Lücken zu.

Es müsse jedoch zwischen Funklöchern und Datenstau unterschieden werden, sagt Krzossa. „Stellen Sie sich das vor wie eine zweispurige Autobahn, bei der immer mehr Datenverkehr eine dreispurige nötig macht. Da kommt es dann eben zum Stau“, erklärt er. An solchen Stellen im Landkreis werde das LTE-Netz weiter ausgebaut, um dem wachsenden Datenverkehr gerecht zu werden.

EZ-Umfrage zeigt: Nutzer beklagen Lücken auf dem Land

Weniger rosig als die Handynetz-Betreiber sehen diverse Landkreisbürger die Lage. In einer nicht repräsentativen Online-Umfrage der EZ beschweren sich auf Facebook vor allem Bürger aus dem ländlichen Umfeld über wenig bis keinen Empfang. Schnell schießt die Zahl der Kommentare – meist sind es Beschwerden – in den dreistelligen Bereich. „Wo haben die denn gemessen? Direkt unter ihren Funkmasten?“ heißt es etwa sarkastisch, denn: „Bei uns geht meistens gar nix.“ Gleich mehrere Nutzer zählen unter anderem die Gemeinde Bruck mit den Ortsteilen Alxing, Pienzenau und Taglaching als Funklöcher auf.

Einig sind sich die Nutzer vor allem bei der größten Mobilfunk-Baustelle: dem Ebersberger Forst, der quasi ein einziges großes Funkloch bilde. Ganz ungünstig sei das etwa an der Strecke zwischen Schwaberwegen und Ebersberg, argumentiert ein Nutzer: „Gerade weil es auf dieser Strecke immer wieder schwere Unfälle gibt.“ Aber auch in der Stadt Ebersberg selbst, vom Gewerbegebiet bis zu Innenstadt lassen laut Umfrage alle drei Anbieter zu wünschen übrig. Dort „läuft das Vodafone-Netz auch wie ein Sack Nüsse und bricht immer wieder zusammen“, schreibt etwa eine Nutzerin.

Nicht viel besser telefoniert es sich laut der Umfrage in Grafing. Sowohl am Bahnhof als auch in den Stadtteilen Eisendorf und Straußdorf herrscht Einvernehmen über Verbesserungsbedarf. Darüber hinaus beklagen mehrere die gesamte Zugstrecke zwischen Aßling und Kirchseeon – vor allem auf höhe Grafing-Bahnhof. Ebenfalls oft genannt: Die Gemeinden Zorneding, Moosach und Oberpframmern.

Anbieter: Standort-Suche schwierig

Laut Vodafone ist ein großes Problem beim flächendeckenden Ausbau das Finden neuer Standorte für Sendemasten. Denn von Gemeinde zu Gemeinde seien die Prozesse bis zum aufgestellten Sendeturm unterschiedlich. Hinzu komme etwa bei den Wäldern die geografisch schwierige Anbindung an das Stromnetz.

Das bestätigt auch Jodl von der Deutschen Telekom. Für die 100-prozentige Abdeckung müssten mehr Standorte zur Verfügung gestellt werden. Dann würde es „Ruckzuck“ gehen.

Borm von O2 verweist zudem auf das Geld, das zunächst für den Erwerb der Frequenzen ausgegeben werden musste. Solche Zusatzinvestitionen erschwerten „das Erreichen einer vollständigen und damit komplett lückenlosen Flächenabdeckung.“

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