Ein ausgefüllter Impfausweis mit dem Covid-19-Aufkleber
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Geimpft: Im Impfausweis wird auch vermerkt, welchen Corona-Impfstoff man bekommen hat.

Vorläufige Absage an Pilotpraxen – Impfzentrum soll Ausbau-Plan vorantreiben

Deswegen impfen die Hausärzte im Landkreis Ebersberg noch nicht - Jetzt soll es aber schnell gehen

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Dachau tut es, Bad Tölz-Wolfratshausen tut es, München Land tut es: In einigen Landkreisen in der Region haben die ersten Hausarzt-Praxen damit begonnen, gegen das Coronavirus zu impfen – im Rahmen eines Versuchsbetriebs. Solche Pilotpraxen gibt es im Landkreis Ebersberg nicht. Noch nicht.

Update, 17.33 Uhr: Corona-Impfungen beim Hausarzt - das könnte im Landkreis Ebersberg schon in der kommenden Woche Realität werden. Das berichtete der Ärztliche Koordinator im Landkreis, Dr. Marc Block der Redaktion nach einem Gespräch mit dem Impfzentrum. Demnach stehe noch die Genehmigung aus dem Landratsamt aus, man rechne aber damit, dass die Prüfung bald positiv beendet werde. Dann könnten erste Hausarztpraxen mit dem Corona-Impfstoff beliefert werden. Block weist aber außerdem darauf hin, dass vorerst weiter nur für Menschen der höchsten Prioritätsstufe eine Impfung möglich sein wird.

Mittwoch, 10. März, 10 Uhr, Landkreis Ebersberg - Auf Anfrage teilt das Landratsamt mit: „Das Impfzentrum Ebersberg war und ist in der Lage, alle gelieferten Impfdosen im Impfzentrum oder mobil zu verimpfen“, schreibt ein Behördensprecher. „Die kurzfristige Einrichtung von Pilotpraxen war somit nicht notwendig.“ Trotzdem gebe es Planungen, um gegebenenfalls auf die Unterstützung der Hausärzte bauen zu können.

Einige von ihnen bieten nach Informationen der Redaktion übrigens bereits die von der Staatsregierung versprochenen kostenlosen Corona-Schnelltests an – ob ihre Praxis darunter ist, bringen Testwillige am besten per Anruf in Erfahrung.

Koordinator: Impfbereitschaft der Ärzte ist da

Der ärztliche Koordinator im Landkreis, der Ebersberger Internist Marc Block, sähe seine Kollegen am liebsten so schnell wie möglich in den Impfprozess eingebunden. „Das Interesse ist weiterhin da“, sagte Block am Mittwoch der EZ am Telefon. Etwas mehr als 30 seiner Kollegen hätten sich bereit erklärt, Impfungen zu übernehmen.

Bürokratische Hürden stehen im Weg

Dem entgegen stehen allerdings bürokratische Hürden: Weil jede Impfung penibel im Registrierungsportal der Staatsregierung namens BayImco abgewickelt werden muss, müsse ein Mitarbeiter des Impfzentrums dies vor Ort in der Pilotpraxis übernehmen. „Lästig“, findet Block diesen Verwaltungsaufwand, den es dringend zu reduzieren gelte. Dann sei der Weg frei, die Impfkapazitäten seiner Kollegen sinnvoll zu nutzen.

Weiterhin wird in der 1. Priorität geimpft

Geimpft werden zunächst weiter Menschen aus der 1. Priorität, jene über 80 und aus Medizin- und Pflegeberufen – egal, ob im Impfzentrum oder bald in möglichen Pilotpraxen. Das dauere wohl wie gedacht bis Ende März, sagt Impfzentrums-Chef Liam Klages. Zwar könne sein Haus derzeit in der 1. Priorität an die 500 Impfdosen täglich verabreichen, auch dank der Neueinstufung des AstraZeneca-Impfstoffs; 2500 bis 3000 Impfdosen insgesamt kämen pro Woche im Landkreis an. Doch die bislang rund 12 000 verabreichten Erstimpfungen deckten noch nicht die ganze Gruppe ab.

Der Landkreis Ebersberg hält übrigens an der geplanten Außenstelle des Impfzentrums in Poing ab Anfang April fest. Man wolle den Bürgern ein möglichst breites Impfangebot machen, außerdem sei der Auftrag längst vergeben und die Planungen weit gediehen. Das bestätigte ein Sprecher des Landratsamts. Daran änderten nach Stand vom Mittwoch auch die am Dienstag kurzfristig geänderten Vorgaben des Gesundheitsministeriums nichts.

Die aktuelle Corona-Entwicklung im Live-Ticker.

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