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Obelisk zu Ehren General Moreaus

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Festlich geschmückt: der Obelisk. Foto: dz
Festlich geschmückt: der Obelisk. Foto: dz © J. Dziemballa

Hohenlinden - Im benachbarten Mittbach ist ein Obelisk zu Ehren des französischen Generals Moreau eingeweiht worden.

Schlechtes Wetter damals wie heute: Als die Hohenlindener Schlacht im Dezember 1800 tobte, herrschte Schneetreiben. Jetzt, bei der Einweihung des Mittbacher Obelisken zu Ehren von General Moreau, scharte sich die zahlreiche Festgemeinde bei nur wenigen Graden über Null und Nieselregen um ein gut zwei Meter hohes Gebilde aus Stahl und Beton, den Obelisk beim Vermessungspunkt Moroschneider.

Eigentlich fehlte nur ein Hund aus Hohenlinden beim Festakt. Denn immerhin hatte ein stattlicher Vierbeiner aus der Gemeinde vor 110 Jahren dem französischen General Moreau die Hose seiner Uniform so zerfetzt, dass dieser noch vor der berühmten Schlacht auf einem Bauernhof sein Beinkleid wieder instandsetzen ließ. Seitdem hat jenes Gehöft den Namen „Moroschneider“, und davor steht jetzt besagter Obelisk, in der General-Moreau-Straße.

Zum Festakt kamen nicht nur „drei standhafte Soldaten mit den Uniformen der Bayern, Österreicher und Franzosen in friedfertiger Absicht“, wie Bürgermeister Ludwig Maurer, gleichzeitig auch zweiter Vorsitzender des Vereins Hohenlinden 2000, erwähnte, sondern auch dessen Amtskollege aus Isen, Siegfried Fischer. „Ich habe zwar nur schmale Historien-Kenntnisse, doch eines ist gewiss: Mittbach gehört eindeutig zu Isen und nicht zu Hohenlinden“, gab das Gemeindeoberhaupt aus der Nachbarschaft humorig Nachhilfe in Sachen Heimatkunde.

Beide Bürgermeister waren sich jedoch einig darüber, dass der neue Obelisk ein Anziehungspunkt werden dürfte für Wanderer und Radfahrer, ein touristisches Highlight quasi auf der Grenze zwischen den Landkreisen Ebersberg und Erding. Zwar liegt der Erbauer des Obelisken, Manfred Bergmeister, derzeit im Krankenhaus. Das hinderte ihn aber nicht daran, von dort grüßen zu lassen, ebenso wie der französische Generalkonsul aus München, Stefan Visconti, der ein Grußwort entsandte.

Leibhaftig vor Ort hingegen stand Graf Max Joseph von Montgelas, der sich nicht sicher war, ob Petrus nicht sehr neugierig gewesen sei und deshalb das Treiben um den Obelisken mit schlechtem Wetter begleiten wollte. Eines jedoch sei gewiss: „Hier wird auch künftig kein Schneider tätig sein“.

Sehr rege war indes Kreisheimatpfleger Markus Krammer gewesen. Er, der Geschichtskenner par excellence, war in einer Tracht erschienen, wie sie um 1800 getragen wurde und informierte das Publikum kurzweilig über die Geschehnisse von einst. Obwohl es unter den Regenschirmen alles andere als gemütlich war, lauschten die gut 100 Anwesenden seinen spannenden Ausführungen. „Eigentlich müsste Alfons Nagl aus Hohenlinden diesen Blutstein einweihen, doch er durfte diesen historischen Moment leider nicht mehr erleben“.

Damit das neue Bauwerk gut die Wirren kommender Jahre erleben kann, „hoffentlich in viel friedlicherem Ambiente“, gab Hohenlindens Ortspfarrer Budner dem Stein und der Festgemeinde seinen Segen.

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