Bürgermeister Andreas Lutz in der neuen Asylbewerberunterkunft, für die die Gemeinde den Speicher des Rathauses umgebaut hat. Nach Ostern sollen hier 14 Eritreer einziehen, die bisher in Turnhallen in Kirchseeon, Markt Schwaben und Ebersberg schlafen mussten. Foto: Stefan Rossmann

Rathaus Oberpframmern

Asylbewerber statt Akten

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Oberpframmern - Im Oberpframmerner Rathaus wurde der Speicher ausgebaut, hier wohnen künftig 14 Flüchtlinge aus Eritrea.

14 grauschwarze Bettgestelle sind schon da, alles riecht noch frisch nach Farbe, Licht kommt durch die großen Dachfenster in den langgestreckten Raum. An den Wänden stehen schon weiße Metallspinde. Aus einem ungenutzten Speicher mit Sichtdachstuhl im Rathaus in Oberpframmern ist eine Asylbewerberunterkunft geworden. Raumnot macht eben erfinderisch.

Aber alles muss seine Ordnung haben, und so steht dem Bezug noch eine letzte Sicherheitsüberprüfung bevor. „Das werden wir auch noch hinbekommen“, ist sich Pframmerns Bürgermeister Andreas Lutz sicher. Nach Ostern sollen dann die Bewohner endlich einziehen können.

„Wir nehmen 14 Asylsuchende im Wartestatus auf“, berichtet Lutz. Die waren bisher in Turnhallen in Kirchseeon, in Ebersberg und in Markt Schwaben untergebracht. Für sie stellt das neue Heim eine deutliche Verbesserung ihrer Lebenssituation dar.

„Zuerst hab ich gedacht, da fehlt doch noch etwas“, schildert Lutz seinen ersten Eindruck von der neuen Unterkunft. Dann sei er aber von Mitarbeitern des Landratsamtes aufgeklärt worden, dass die Asylsuchenden ihre Grundausstattung, also zum Beispiel Bettwäsche und Matratzen, die sie bereits erhalten haben, an ihren neuen Wohnort in Oberpframmern mitbringen werden.

Ursprünglich hatte die Kommune als Einzugstermin den Jahresanfang geplant. Die Umbauten haben sich aber auch aufgrund der behördlichen Auflagen etwas in die Länge gezogen. Unter anderem wurde der Anbau einer Außentreppe notwendig - Stichwort Brandschutz. Die 14 Eritreer können nach der Sicherheitsabnahme, die am Donnerstag stattfinden wird, jetzt endlich einziehen.

Den Umbau finanziert die Kommune nicht aus der Portokasse. „Insgesamt 350 000 Euro“, rechnet Lutz vor, sind für die Baumaßnahme aufgewendet worden. „195 000 davon treffen die Gemeinde.“

Bisher hatte die kleine Landkommune nicht viel Möglichkeiten, sich an der Unterbringung von Flüchtlingen im Landkreis Ebersberg zu beteiligen. Einen kleinen Beitrag leistete die Gemeinde aber doch. „Seit 2014 ist bei uns eine syrische Familie untergebracht“, berichtet Lutz. „Die sind als Asylanten anerkannt und bereits bestens integriert.“

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