+
Freunde geworden: Der halbseitig gelähmte Noah aus Oberpframmern schwimmt mit „seinem“ Delfin. Mit dabei ist eine Physiothearaupeutin aus München.

Als der kleine Noah mit dem Delfin schwamm

  • schließen

Unsere Leser haben so fleißig gespendet, dass der kleine, schwer behinderte Noah aus Oberpframmern eine Delfin-Therapie machen konnte. Und das Beste: Sie hat gewirkt.

So berichtete die EZ im April 2019

Oberpframmern– Das Leben hält Überraschungen bereit: Noch im April vergangenen Jahres saß der halbseitig gelähmte Noah Macheleidt, 6, am Tisch in seinem Elternhaus in Oberpframmern. Er hoffte auf eine Delfintherapie, die Spastiken in seinem Arm und Bein lösen können. Noah hatte im Alter von drei Wochen einen Schlaganfall erlitten. Das Problem war, dass diese Therapie rund 14 000 Euro kostet. Geld, dass seine Eltern Tina und Rainer Macheleidt nicht hatten. Nach einem Bericht in der Ebersberger Zeitung kamen über 15 000 Euro zusammen. So kam es, dass das Kind schon im August im Flieger in die Karibik saß.

Vier Monate später Anruf bei der Mutter. „Die Therapie war sehr erfolgreich“, sagt Tina Macheleidt gut gelaunt. Ihr Sohn benutze seinen rechten Arm viel mehr, wenn auch nur grobmotorisch. Auch seine Hand nehme Noah viel besser wahr. Der Bub helfe jetzt beim Tischdecken mit, nehme Gläser mit beiden Händen. „Er ist wie ausgewechselt“, sagt die Mutter. Noah sei selbstbewusster, frage viel mehr nach als früher.

Noch vor einigen Monaten hatte er seine rechte Hand kaum benutzt, eine Handmanschette musste seinen Daumen aufrichten, den der Bub sonst in die Hand gedrückt hätte. Gehen konnte er nur eingeschränkt.

Schwere erste Lebensjahre

Die ersten Lebensjahre des Kindes aus Oberpframmern verliefen problematisch: Nach einer Fruchtwasservergiftung kam der Säugling drei Monate zu früh auf die Welt. Drei Wochen nach der Geburt: Schlaganfall. Ärzte operierten den Kleinen mehrmals, legten eine Drainage unter die Kopfhaut. Geblieben ist eine Infantile Zerebralparese, eine Bewegungsstörung.

Viel Zeit mit dem Delfin verbracht

„Wir waren anfangs skeptisch gegenüber der Delfintherapie, hatten uns aber viel von ihr erhofft“, sagt Macheleidt. Die Behandlung auf der Karibikinsel Curaçao sei sehr professionell gewesen. Noah wurde im Becken und außerhalb des Wassers therapiert. Er habe viel Zeit mit einem Delfin verbracht, sei mit ihm geschwommen und habe verschiedene Übungen mit dem Tier gemacht: Mit seiner Handikap-Hand habe er dem Delfin Befehle gegeben, ihn gefüttert und gespielt. „So konnte er spielerisch den Umgang mit seiner Hand erlernen“, sagt die Mutter. Eine Physiotherapeutin aus München habe Noah im Wasser begleitet. Die Eltern seien in Workshops unterrichtet worden, wie sie mit der Behinderung ihres Kindes besser umgehen können.

Jetzt folgt eine Reittherapie

Wie geht es mit Noah weiter? „Er soll wieder eine Reittherapie machen“, sagt Tina Macheleidt. Ihr Kind müsse jetzt weite intensiv therapiert werden.

Und im Mai nächsten Jahres soll es wieder nach Curaçao gehen. Für eine zweite Delfintherapie.

Lesen Sie auch: Als Baby Schlaganfall erlitten: Noah (6) braucht teure Delphintherapie - doch wie finanzieren?

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona-Virus: Kreisklinik gut vorbereitet - Sorge um italienische Freunde
„Wir sind vorbereitet“, betont Stefan Huber, Geschäftsführer der Kreisklinik Ebersberg. „Und das nicht nur jetzt, sondern ständig.“ Die Klinik hat Vorkehrungen getroffen.
Corona-Virus: Kreisklinik gut vorbereitet - Sorge um italienische Freunde
Hohenlinden:  Verkehrsüberwachung leicht im Defizit
Normalerweise sollte Verkehrsüberwachung Geld in die Gemeindekasse spülen, meint man. Dass es auch anders gehen kann, zeigt die Gemeinde Hohenlinden.
Hohenlinden:  Verkehrsüberwachung leicht im Defizit
Nicht alles ist für die Öffentlichkeit bestimmt und muss geheim bleiben
Sollen Zornedings Gemeinderäte die Unterlagen zu nicht-öffentlichen Tagesordnungspunkten künftig bereits früher bekommen? Darüber wurde jüngst heftig debattiert.
Nicht alles ist für die Öffentlichkeit bestimmt und muss geheim bleiben
Neuer Hort dringend notwendig - aber nicht im Wald
Ein fünfgruppiger Hort soll in Vaterstetten gebaut werden, in der Nähe des Offenen Haus der Arbeiterwohlfahrt und damit auch nahe der neuen Grund- und Mittelschule.
Neuer Hort dringend notwendig - aber nicht im Wald

Kommentare