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„Das Dach der Aussegnungshalle schmiegt sich gleich schützender Hände über den Aufbahrungsort“, so der Moosacher Archite kt Hans Baumann. 

Gemeinderat muss noch zustimmen

Lutz will 600 000 Euro für neue Aussegnungshalle locker machen

Stolze 600 000 Euro will Oberpframmern auf den Tisch legen – für eine neue Aussegnungshalle. Das Bauwerk soll Ende 2020 bereits fertig sein.

Oberpframmern – Voraussetzung für den geplanten Bau: Der Eingabeplan zum Vorhaben findet Zustimmung im Gemeinderat. Der tagt am Donnerstag, 5. Dezember, zu diesem Thema um 19 Uhr.

Eine Aussegnungshalle gibt es bereits auf dem katholischen Pfarrfriedhof zwischen Glonner Straße und St.-Andreas-Weg. Der gemeindliche Friedhof liegt außerhalb des Ortes, an der Siegertsbrunner Straße. Gibt es Bedarf für eine weitere Aussegnungshalle, bei 15 bis 20 Beerdigungen auf dem Gemeindefriedhof im Jahr? Bürgermeister Andreas Lutz meint: „Ja“.

Kommunale Pflichtaufgabe

Im Gespräch mit der EZ sagt er: „Beerdigungen zählen zu den kommunalen Pflichtaufgaben einer Gemeinde. Der Gemeindefriedhof in Oberpframmern besteht seit 70 Jahren, Urnengräber gibt es nur hier. Bürger, die ihren verstorbenen Angehörigen in der Urnenwand die letzte Ruhe geben wollten, haben bisher den weiten Weg von der kirchlichen Aussegnungshalle in der Ortsmitte bis zum Gemeindefriedhof weit außerhalb des Ortes. Zudem ist der Gemeindefriedhof für alle Konfessionen offen. Es gab Anfragen, warum es auf dem Gemeindefriedhof keine Aussegnungshalle gibt.“

Architekt aus Moosach

Anfang November stellte der Moosacher Architekt Hans Baumann dem Gemeinderat erste Ideen zur Aussegnungshalle vor, nach Diskussion und Besprechung von Änderungen zeigten sich die Ratsmitglieder einverstanden. Eine offizielle Ausschreibung der Planung gab es nicht, sagte Lutz der EZ im Gespräch. Aktueller Stand der Planung: das Gebäude (16 mal 16 Meter, Firsthöhe 6,5 – aufsteigend bis 8,5 Meter) entsteht in der nordöstlichen Ecke des Gemeindefriedhofs, geöffnet nach Südwesten zum Friedhof hin. Nebeneffekt: geringer Platzverlust an Grabflächen. Bauweise: Ziegel und Beton, Innenwände: Lehmputz. Dach und Dachverschalung: sichtbare Holzbalkenkonstruktion mit Lamellen, das einfallende Licht kann nur indirekt wahrgenommen werden. Dazu Architekt Baumann: „Die künstlerisch gestalteten Lamellen sorgen dafür, dass die Kraftquelle des Lichtes erahnt, aber nicht erkannt wird. Glauben und Hoffnung bleibt so jeglicher Spielraum erhalten – überkonfessionell, spirituell.“

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Die Aussegnungshalle beherbergt eine Sakristei, ein Stuhllager, einen Raum für Sargkühlung und eine behindertengerechte Toilette, gedacht auch für Friedhofsbesucher. Der Trauerraum gibt innen Platz für 60 bis 70 Stühle, zudem im überdachten Außenbereich für zirka 100 Stehplätze. Im Eingangsbereich des Friedhofes ist ein Glockenturm in Form eines Andreaskreuzes (Höhe 6,5 Meter) geplant.

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Der Kirchenverwaltung wurde der Plan bereits vorgelegt. Pater Egino Puff begrüßt als leitender Seelsorger des Pfarrverbandes Moosach die moderne Planung. „Der Planung zur Aussegnungshalle kann ich zustimmen, die Gedanken, die dahinterstehen, sind gut durchdacht“, sagte der Geistliche der Ebersberger Zeitung.

Susann Niedermaier

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