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Das Auto des 20-Jährigen Münchners wurde bei dem Unfall am Samstag in den frühen Morgenstunden auseinandergerissen.

Autofahrer (20) stirbt bei Unfall

Todesbäume fordern schon wieder ein Opfer 

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Es ist, als läge ein Fluch auf dieser Stelle im Landkreis Ebersberg. Schon wieder hat hier ein Mensch auf tragische Weise sein Leben verloren.

Oberpframmern – Am Samstag, in den frühen Morgenstunden, ereignete sich zwischen Niederpframmern und Esterndorf ein tödlicher Verkehrsunfall. Ein 20-jähriger, aus München stammender Autofahrer, fuhr von Niederpframmern kommend in Richtung Esterndorf mit voller Wucht gegen eine dort frei stehende Baumgruppe. Der Mann war vermutlich sofort tot.

Nach rechts von der Fahrbahn abgekommen

Die Todesbäume von Esterndorf stehen auf freier Strecke neben der Straße. Hier haben sich schon mehrere tödliche Unfälle ereignet.

Nach Auskunft der Ebersberger Polizei hat sich das Unglück so ereignet: In einer langgezogenen Linkskurve, kurz vor Esterndorf, kam der junge Autofahrer aufgrund bislang ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab. Danach kollidierte er mit einer Baumgruppe. Durch den Aufprall wurde sein Wagen stark deformiert. „Die Fahrzeugfront wurde bis zur B-Säule eingedrückt“, berichten die Ebersberger Polizeibeamten.

Notarzt kann Verunglücktem nicht mehr helfen

Der 20-Jährige erlag am Unfallort seinen schweren Verletzungen. Der eingetroffene Notarzt konnte nur noch den Tod des Verunglückten feststellen. Andere Verkehrsteilnehmer wurden nicht gefährdet oder verletzt.

Am Auto entstand Totalschaden in Höhe von ca. 20 000 Euro. Die Ortsverbindungsstraße war in der Zeit der Unfallaufnahme zwischen 6 und 10 Uhr voll gesperrt. Hierbei unterstützten die Freiwilligen Feuerwehren Egmating und Oberpframmern die Polizei tatkräftig mit etwa 30 Helfern.

Unfall weckt schlimme Erinnerungen

Der Unfall weckt Erinnerungen an vorangegangene, schreckliche Ereignisse. Denn genau an dieser Stelle hat es schon mehrfach Tote gegeben.

Mit dieser Maschine war ein 54-jähriger Ebersberger vor Esterndorf im Jahr 2012 tödlich verunglückt.

Im August 2012 war hier der beliebte Vorsitzende des Motorradvereins „Ebersberger Sauhaufen“ tödlich verunglückt und seine Freunde rätseln bis heute, wie das passieren konnte. Der damals 54-jährige Mann aus Ebersberg war mit seiner Harley Davidson in Richtung Esterndorf nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. An dieser Stelle befinden sich auf einer Strecke von 700 Metern die einzigen Bäume: drei große Linden an einem Feldkreuz. Der Motorradfahrer hatte nach damaligen Erkenntnissen noch versucht, zwischen den Bäumen hindurch zu fahren, war aber mit seiner schweren Maschine hängen geblieben. Eine Verkehrsteilnehmerin alarmierte die Rettung. Aber jede ärztliche Kunst blieb vergebens. „Trotz andauernder Reanimationsversuche von Feuerwehr und Rettungsdienst verstarb der 54-Jährige noch am Unfallort“, musste die Ebersberger Zeitung damals berichten. Die trauernden Mitglieder des Ebersberger Sauhaufen legten Blumen und kleine Kreuze an der Unfallstelle nieder und zündeten dort Kerzen für ihren verstorbenen Kameraden an, im Gedenken an ihren Vorsitzenden.

Blumen und Kreuze an der Unfallstelle

Die Kreuze der trauernden Vereinsmitglieder lagen noch an der Unglücksstelle, als sich hier wieder ein tödlicher Unfall ereignete.

Völlig zertrümmert wurde der BMW eines 51-jährigen Ottobrunners. Der Mann starb 2013 an der Unfallstelle.

Diesmal traf es einen 51-jährigen Mann aus Ottobrunn. Er hatte Anfang Oktober 2013 vermutlich wegen überhöhter Geschwindigkeit die Herrschaft über seinen Wagen verloren. Der Ottobrunner prallte mit der Fahrerseite seines BMW gegen einen der Bäume, die vor einem Jahr dem Harley-Fahrer zum tödlichen Verhängnis geworden waren. Der BMW-Fahrer wurde in seinem zertrümmerten Wagen eingeklemmt und musste aus dem Wrack befreit werden. Ein Hubschrauber wurde zwar noch an die Unfallstelle beordert. Dem Verunglückten konnte aber keiner mehr helfen. Der Mann starb noch an der Unfallstelle.

Hier der damalige Pressebericht.

Autofahrer kracht gegen Haus

Anlieger berichteten damals der Ebersberger Zeitung, dass an dieser gefährliche Stelle viel zu schnell gefahren werde. Sogar gegen ein Haus seien die Autofahrer am Ortsrand von Esterndorf gekracht, wobei das Bad im Gebäude zerstört worden sei. Alle Versuche, hier eine drastische Geschwindigkeitsbegrenzung durchzusetzen, seien gescheitert.

Lesen Sie dazu auch: Horror-Unfall: Mann stirbt in seinem Sportwagen - die Unfallursache ist beunruhigend

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