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Ländlich geprägt: In Oberpframmern treten zwei Listenverbindungen bei der Kommunalwahl an. 

Kommunalwahl

„Wohnen im Alter“ auf der Pframmerner Aufgabenliste

Oberpframmerns Bürgermeister Andreas Lutz kann dem Wahltag gelassen entgegen sehen. Er hat keinen Gegenkandidaten.

Oberpframmern – So richtig spannend wird es weder im Vorfeld noch während der kommenden Kommunalwahl bei der Frage: „Wer wird Gemeindeoberhaupt in Oberpframmern“. Andreas Lutz (61), amtierender Bürgermeister, seit 2014 im Amt, kandidiert nochmals auf der Liste von CSU, JU und Bürgerlichen, Lutz bewirbt sich als Einziger ums Bürgermeisteramt.

Zwei Listen im Ort

Ein bisschen mehr Kribbeln im Bauch dürften die Kandidaten spüren, die erneut oder zum ersten Mal in den Gemeinderat einziehen wollen. Denn es gibt zwei Listen im Ort, der Frauenanteil hält sich bei beiden Listen in Grenzen: CSU/JU/Bürgerliche (19 Kandidaten, darunter sechs Frauen) und die Freie Liste Oberpframmern (19 Kandidaten, darunter 4 Frauen). Unter den Kandidaten der neuen Liste sind viele bereits im aktuellen Gemeinderat vertreten. Lediglich der Name der Liste wurde getauscht, von bisher Einheitswahlvorschlag & Freie Wählergemeinschaft in „Freie Liste Oberpframmern“.

Die Gewählten werden sich nach ihrer Vereidigung zusammen mit Bürgermeister Lutz auf die anstehenden Aufgaben konzentrieren und sich auch um die Dinge kümmern, die Bürgermeister und Gemeinderat schon nach der Wahl 2014 auf die To-Do Liste gesetzt hatten, aber noch nicht umsetzen konnten.

Wohnen im Alter: Lösung muss her

„In der vergangenen Amtszeit haben wir uns im Gremium mehrmals mit dem Thema „Wohnen im Alter“ beschäftigt und dazu keine Lösung gefunden. Dies ist eins der wenigen Vorhaben, die wir in der vergangenen Amtszeit nicht zufriedenstellend erledigen konnten. Ich werde deshalb dieses Thema intensiv vorantreiben, damit die Gemeinde Oberpframmern in Zukunft für alle Generationen Lösungen anbieten kann“, sagte Lutz der Ebersberger Zeitung.

Wasser brennt auf den Nägeln

 Ein spezielles Thema brennt Lutz auf den Nägeln: der Notwasserverbund mit einer anderen Gemeinde. Den fordern übergeordneten Behörden bereits seit 15 Jahren für die Brunnengemeinschaft Oberpframmern/Egmating (wir berichteten). Zum 30. Juli 2020 läuft die Genehmigung des Wasserwirtschaftsamtes in Rosenheim zur Wasserentnahme ab. Gleich nach der Wahl wird sich das neue Gremium zusammen mit Lutz also gewaltig sputen müssen, um bis zum Stichtag eine weitere Gemeinde zu finden die gewillt ist, mit dem Brunnen-Duo einen Notwasserverbund einzugehen. Ein weiterer Brunnen, den Egmatings Bürgermeister Ernst Eberherr schon seit Jahren graben möchte, wird bis dahin kaum fertigzustellen sein. „Klappt ein Konzept bis 30. Juli nicht, wird uns und Egmating die Wassererlaubnis entzogen“, sorgte sich Lutz, blieb aber nicht untätig.

Es gab Vorgespräche mit Grasbrunn und der Zornedinger Gruppe zu einem Notverbund – initiiert von Pframmern, in den letzten Monaten. Laut Lutz zeichnet sich möglicherweise ein Notverbund mit Grasbrunn als realisierbar ab. Der Wasserbehörde kann das geforderte, schlüssiges Konzept jedoch erst dann vorgelegt werden, wenn beide Gremien (Pframmern und Egmating) dem Bau einer Notwasserleitung und den damit verbunden, vermutlich hohen Kosten zugestimmt haben. Zieht Egmating nicht mit, erwägt Lutz für seine Gemeinde auch einen Alleingang, um den Pframmernern das Trinkwasser zu sichern.

Erweiterung des Edeka-Marktes

Um die Grundversorgung der Bürger auch in anderen Bereichen zu gewährleisten, steht als Aufgabe fürs neue Gremium auch die Umsetzung der Erweiterung des gemeindeeigenen Edeka-Marktes in 2020 an. Beispiele für weitere Aufgaben: ein neues Gewerbemischgebiet und Bauland für Einheimische schaffen und einen Kinderspielplatz im westlichen Gemeindegebiet realisieren.

Service

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Ebersberg, haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zu den Landratswahlen über die dort antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichte finden sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Ebersberg.

Susann Niedermaier

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