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Oberpframmerns Bürgermeister Andreas Lutz und Andreas Bauer vom Bauhof begutachten die neue Leitplanke. 

Schützende Leitplanke aufgestellt

Die Todes-Bäume von Oberpframmern: Kommune reagiert auf schreckliche Unfallserie

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Drei Linden haben in Oberpframmern für viel Leid gesorgt. Drei Menschen starben dort bereits bei Unfällen. Das soll sich nun ändern.

Oberpframmern – Drei Linden stehen an der Straße nach Esterndorf. Und drei Tote gab es hier innerhalb von nur sieben Jahren, die trauernde Angehörige und Freunde hinterließen. Immer wieder verloren Kraftfahrzeugführer die Herrschaft über ihr Auto oder ihr Motorrad und mussten dafür mit dem Leben bezahlen. Das letzte Opfer war ein 20-jähriger Autofahrer aus München. Auch der Präsident des Motorradclubs „Ebersberger Sauhaufen“ starb hier im August 2012.

Oberpframmern: Baumgruppe forderte schon viele Leben

Nach dem jüngsten Unglück, bei dem ein 20-jähriger BMW-Fahrer sein Leben an der Baumgruppe bei Esterndorf lassen musste,  ergriff der Oberpframmerner Gemeinderat die Initiative. Die Kommune suchte das Gespräch mit der Ebersberger Polizei.

„Nachdem es Anfang Juli dieses Jahres erneut zu einem tödlichen Verkehrsunfall bei den drei Linden in Esterndorf kam, trat eine Unfallkommission zusammen“, berichtet Oberpframmerns Bürgermeister Andreas Lutz. Die Bäume stehen auf freiem Feld an der Straße und sind eigentlich von Weitem schon gut zu erkennen. Warum immer wieder Fahrzeuge gegen sie prallten, wird wohl nie bis ins Detail erklärt werden können, außer vielleicht mit einem vagen Hinweis auf nicht angepasste Geschwindigkeit.

Oberpframmern: Ortstermin an den Linden mit Unfallkommission

Der Unfallkommission gehören Vertreter von Polizei und Landratsamt an. Und schnell wurde bei einem Ortstermin klar, dass eine Beseitigung der Sommerlindengruppe westlich von Esterndorf keinesfalls in Frage kommt, weil sie ein Naturdenkmal sind und unter Schutz stehen. In ihrem Geäst haben sich zahlreiche Misteln festgesetzt.

Durch den wiederholten Aufprall der Fahrzeuge wurden aber schon große Rindenstücke abgerissen, teilweise steckten noch Blechteile in den Stämmen. Nachdem die Kommission zu dem Schluss kam, dass diese Gefahrenstelle dringend entschärft werden muss, wurde nach einer Lösung gesucht. Die besteht jetzt aus einem Leitplankensystem.

Gemeinde Oberpframmern muss Verkehrssicherung bezahlen

„Wir wollten, dass da ja nichts mehr passiert“, berichtet Lutz von dem Konsens, der im Oberpframmerner Gemeinderat in dieser Frage bestand. Denn bei der Steinseestraße handelt es sich um eine Gemeindestraße, die in der Baulast der Kommune steht. Und damit ist auch die Verkehrssicherung Sache des Gemeinderats, der die Kosten für die Maßnahme absegnen musste. „Wir waren uns einig, hier zur Entschärfung dieser Gefahrenstelle alles uns Mögliche zu unternehmen“, sagt Lutz. Der Rest war dann Alltagsgeschäft.

Die Kommune holte zwei Angebote ein. Der Auftrag wurde an eine Baldhamer Firma vergeben. Nach Rücksprache mit dem Bauhofleiter Andreas Bauer und unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten (Feldwegeeinfahrt) wurde für eine 44 Meter lange Schutzeinrichtung mit Unterfahrschutz wegen der Gefahren für Motorradfahrer votiert.

Leitplanke in Oberpframmern soll vor den Linden schützen

Vorne und hinten wurde jeweils eine vier Meter lange Kurzabsenkung angefügt, so dass die Leitplanke insgesamt auf eine Länge von 52 Metern kommt. Die Kosten dafür beliefen sich auf etwas über 7000 Euro und waren damit überschaubar, wie Lutz auf Anfrage der Ebersberger Zeitung bestätigt. „Wir hatten geglaubt, dass der Aufwand größer ist.“ Inzwischen ist alles fertig montiert.

Auch die beschädigten Bäume wurden wieder saniert. Die offenen Rindenstellen wurden versiegelt und die Blechteile und andere Fremdkörper aus dem Holz entfernt. Lutz und der Gemeinderat hoffen, dass damit der unheimlichen Unfallserie ein Ende gesetzt werden konnte.

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