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Die Oberpframmerner Pfarrkirche St. Andrea versteckt sich seit einiger Zeit hinter einer Plane. Der Turm wird saniert. Auch die Schindeln der Zwiebel waren marode uns müssen ersetzt werden.

Renovierungsarbeiten an Kirche

Oberpframmern: Frischzellenkur für St. Andreas

Wie spät ist es? Der Blick auf ihre Kirchturmuhr hilft im Moment den Oberpframmernern nicht weiter, wenn sie die Uhrzeit wissen wollen. Der Turm der Pfarrkirche St. Andreas ist im Zuge von Renovierungsarbeiten seit Wochen eingerüstet und in Folien verpackt.

Oberpframmern – Kurzfristig wird die Kirche auch nicht enthüllt, denn eine Begehung zeigte: die Schindeln der typisch bayerischen Turmzwiebel sind morsch. Die Zwiebel wird derzeit neu eingedeckt.

„Das kann sich noch zwei Wochen hinziehen“, meint Bettina Göbner von der Pressestelle der Erzdiözese zur Dauer der Renovierungsarbeiten. Über die Jahre hatten Wind und Wetter der Kirche stark zugesetzt, das hinterließ besonders auf der Westseite des Turms – von Weitem sichtbar – schmutzige Verwitterungsspuren. Im vergangenen Jahr war der Kirchturm samt Zwiebel mit einer Drohne beflogen worden. Eine Auswertung der Fotos ergab keine größeren Schäden an der Zwiebel, Bilder dazu – veröffentlicht in einem Spendenaufruf der Pfarrgemeinde – zeigten lediglich Bewuchs durch Moos.

Die geplanten Sanierungsarbeiten umfassten zunächst die Ausbesserung der Schäden am Verputz des Turmes, dem wurde mittels eines neuen Anstriches ein ansprechenderes Aussehen verpasst. „Diese Maßnahmen waren im Vorfeld der Renovierung mit etwa 95 000 Euro veranschlagt worden, die Kirchenstiftung führt als Gebäudeeigentümer die Maßnahmen in Eigenverantwortung durch“, so Göbner aus dem Ordinariat. „Die Gesamtkosten der Gesamtrenovierung betragen etwa 150 000 Euro. Davon sind etwa 70 Prozent durch Mittel des Bistums, der Kirchenstiftung und einen Zuschuss der Gemeinde Oberpframmern gedeckt; 30 Prozent müssen durch Spenden und sonstige Zuschüsse eingeworben werden“, ist in einem der Briefe der Pfarrei an die Katholische Kirchengemeinde zu lesen.

Nachdem am Kirchturm auch die Schallläden repariert und frisch gestrichen, die Zifferblätter der Kirchturmuhr neu lackiert und auf einer Seite sogar frisch vergoldet worden waren, zeigte der Turm sich adrett – eigentlich hätte er jetzt ausgepackt werden können. Doch bei einer Turmbegehung, bei der erstmals auch die Holzschindeln der Zwiebel aus der Nähe begutachtet wurden, entdeckten Bauspezialisten weitere Schäden. Mit Hilfe eines Gerüstes konnten die Fachleute auch bis in das Innere der Zwiebel sehen. „Dort sind größere Bereiche bereits morsch, das Dach könnte bald undicht werden könnte – hier handelt sich um einen normalen Prozess der Verwitterung durch Einwirkung von Regen, Schnee, Hagel und Sonne“, informierte Göbner.

„Die Turmzwiebel ist mit Holzschindeln gedeckt, die vermutlich aus den 1970er Jahren stammen. Der Zustand der Holzschindeln konnte von innen vorab nicht geprüft werden, da sich unter den Schindeln eine Schalung aus Holzbrettern befindet“, erklärte die Sprecherin der Erzdiözese weiter. „Aufgrund des Schadensumfangs und aus Gründen der Nachhaltigkeit entschied sich die Kirchenverwaltung in Abstimmung mit dem Ordinariat gegen eine Reparatur und für die Neueindeckung des Daches mit neuen Schindeln aus Lärchenholz“, informierte dazu Klaus Pastusiak von der Kirchenverwaltung St. Andreas. Dabei wurde vor allem bedacht, dass der Kirchturm derzeit noch eingerüstet ist und diese Einrüstung einen großen Anteil der Sanierungskosten ausmacht. Für die neue Eindeckung der Turmzwiebel wurden etwa 35 000 Euro veranschlagt. „Bei einer fachgerechten Eindeckung von Holzschindeln kann von einer Lebensdauer von 40 bis 50 Jahren ausgegangen werden, das ist aber stark von der Lage und den Wetterverhältnissen abhängig“, sagte Göbner zum erweiterten Vorhaben. Die Gemeinde Oberpframmern ist nicht verpflichtet, sich an den Kosten zu beteiligen, zahlt aber mit. „Die politische Gemeinde gibt dankenswerterweise einen Zuschuss von insgesamt etwa 20 000 Euro“, ist zu einem Zuschuss Oberpframmerns aus dem Ordinariat zu hören.

Susann Niedermaier

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