Dieter Keil Oberpframmern Todesanzeige
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Das Bild auf seiner Sterbeanzeige hätte dem Schmied sicher gefallen.

Der Schmied von Pframmern ist tot

So einen wie Dieter Keil gibt's nur einmal

  • Wolfgang Herfort
    vonWolfgang Herfort
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Sie nannten ihn den „Schmied von Pframmern“. Dieter Keil war ein Hansdampf, ein Lebemann par excellence. Nun ist er mit 73 Jahren gestorben.

Oberpframmern – So unkonventionell wie sein Leben war seine Todesanzeige. Ein herzlich lachender Mann mit Hut, Hände, die an Hufe erinnern und vor allen Dingen ein kecker Spruch zieren die Nachricht, die man so nicht in dieser Rubrik erwartet: „So oid werd’ koa Sau, nur a wuida Hund.“ Keine Frage, Dieter Keil, besser bekannt als Schmied von Pframmern, war ein Original.

Immer unter Dampf: Dieter Keil, der mit 73 starb.

Dass er 73 Jahre alt werden würde, hatte er selbst nicht erwartet. Schon gar nicht seine Ärzte. Die hatten ihm, nachdem ihn mit 40 Jahren ein Herzinfarkt ereilte, zu einem anderen Lebensstil geraten. „Er hat nichts ausgelassen, war immer und überall vorne mit dabei“, bescheinigt Edi Jumel seinem Schwager. Nach dem Wink des Schicksals erst recht. Fünf Bypässe konnten Keil nicht davon abhalten, bei den Filsern ebenso mitzumischen wie beim Kocherlball. Immer blitzsauber herausgeputzt habe der geborene Münchner sein Motto in die Tat umgesetzt: „Ich lebe nur einmal.“ „Von ihm hätte sich der Monaco Franze noch eine Scheibe abschneiden können“, sagt sein Schwager lachend.

Besonders die Jagd und Fischerei hatten es dem gelernten Büchsenmacher und Schlosser angetan. Dafür nahm er Reisen in die ganze Welt auf sich. Mindestens einmal im Jahr zog es Dieter Keil mit seinen Pframmerner Anglerfreunden nach Norwegen, er warf seine Angel in Kanada, Alaska und Schottland aus. In Südafrika hatte er sich gar eine Jagdfarm zugelegt. Oft begleitet von seiner Frau Eleonore, ebenfalls eine leidenschaftliche Jägerin. Auch mit Ministerpräsident Franz Josef Strauß ging Keil mehr als einmal auf die Pirsch. Jumel: „Da gäb’s Geschichten zu erzählen, die glaubt man nicht. War eben eine andere Zeit.“

Dieter Keil war mit seiner Kunstschmiede in Pframmerns Mittelpunkt auch der Treffpunkt für allerlei Dorfklatsch, er schaffte es zudem, in München als Schöffe tätig zu werden.

Viele, die den Schmied von Pframmern kannten, würden unterschreiben, dass der die Geselligkeit erfunden habe. Ein spontaner Mensch, der „kein Kostverächter“ war, so Jumel, „immer hilfsbereit, für alles zu haben.“ Auf diese Weise sei Dieter Keil „über gute 30 Jahre lang gestorben“, so das Fazit von Edi Jumel: „Und er hat es genossen.“

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