Bürgermeister Andreas Lutz spricht vor den Gemeinderäten in der Mehrzweckhalle. F: sn
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Bürgermeister Andreas Lutz spricht vor den Gemeinderäten in der Mehrzweckhalle.

Masten aus dem Ort?

Oberpframmern fügt sich beim Funk: neuer 5G-Mobilfunkmast

Die Gemeinde Oberpframmern akzeptiert den neuen 5G-Mobilfunkmasten. Sie redet aber beim Standort mit.

Oberpframmern – Ein neuer Mobilfunkmast weckt in vielen Gemeinden Widerspruch. Die Pframmerner Bürger jedoch lässt der neue Masten mit 5G-Technik, den die Telekom ihnen in den Ort setzen möchte, offensichtlich kalt. Lediglich acht Gemeindebewohner besuchten die jüngste Zusammenkunft des Gemeinderates in der Mehrzweckhalle (MZH), in der das Gremium einstimmig bereits den Standort festlegte: Der Mast wird auf dem Gelände der Pframmerner Gemeindeverwaltung errichtet.

Offen ist noch, wo genau dort: Die Telekom wird entscheiden, ob eine Antenne auf das Dach des Rathauses kommt oder ein Betonmasten in unmittelbarer Nähe des Amtsgebäudes gebaut wird. „Ich hatte heute eigentlich mit vielen Gäste gerechnet“, sagte Bürgermeister Andreas Lutz zu Beginn der Sitzung, die er eigens vom Rathaus in die Mehrzweckhalle verlegen ließ und informierte, warum Pframmern sich mit einem neuen Masten abfinden muss.

Der bestehende Masten deckt nur Teile des Ortes mit dem Frequenzbereich der Flächenversorgung

Die Deutsche Telekom hatte der Gemeinde bereits 2018 mitgeteilt, dass ein weiterer Ausbau von Mobilfunkanlagen mit GSM/UMTS/LTE Technik notwendig sei, um auch die westlichen Ortsteile der Gemeinde mit einem ausreichenden Funk-Netz versorgen zu können. Der bestehende Masten deckt nur Teile des Ortes mit dem Frequenzbereich der Flächenversorgung (niedrige Frequenzen) ab. Die Gemeinde kann zwar mitreden, den Masten aber nicht verhindern. Das tat Pframmern und beauftrage mit Ratsbeschluss bereits im April 2018 ein Ingenieurbüro, Standortalternativen anhand von Immissionsprognosen zu untersuchen.

Der Standort Wertstoffhof störe das Ortsbild erheblich

Die Ergebnisse daraus stellte das Büro Gemeindeoberhaupt Lutz, Gemeinderäten und Öffentlichkeit am 7. September im Rahmen einer Infoveranstaltung in der MZH vor, an rund 50 Personen teilnahmen. Anschließend besichtigte der Gemeinderat alle vorgeschlagenen Standorte: die alte Bücherei mitten im Ort, wo ein Masten würde die umliegende Wohnbebauung belasten und der Platz auf dem Dach nicht für mehr als zwei Anbieter reiche.

Der Standort Wertstoffhof kollidiere mit der neuen Aussegnungshalle am Friedhof und störe das Ortsbild erheblich. Der Standort Stierberg liege inmitten großer, freier Flächen, Lutz erinnerte an die wohnbauliche Entwicklung, die am Stierberg geplant ist. Der Standort Feuerwehrhaus schied aus Platzgründen aus. Basierend auf dem Immissionsschutzbericht weist das Rathausgelände laut Bürgermeister als Funkmaststandort die wenigsten Probleme auf, diese Meinung teilt auch der Gemeinderat.

Nun der Masten doch ganz raus aus dem Ort?

Nachdem sich das Gremium für den Standort Rathaus ausgesprochen hatte, informierte Lutz überraschend, dass es möglicherweise einen weiteren Standort für den Mobilfunkmasten gibt: „Die Finksche Gutsverwaltung teilte uns im Laufe dieser Woche erst mit, sie würde eine Fläche für den Masten zur Verfügung stellen, dann hätten wir den Masten ganz aus dem Ort raus. Wir werden dies der Telekom mitteilen, dieser Platz ist aber noch nicht untersucht.“

VON SUSANN NIEDERMAIER

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