Ockel: Zwei Pfeile im Köcher

Kirchseeon - Nächster Schritt zur Verkehrsentlastung Kirchseeons: Das bayerische Kabinett hat sowohl die weiträumige Südumgehung als auch die Untertunnelung der bestehenden Bundesstraße für den neuen Bundesverkehrswegeplan in Berlin angemeldet.

„Damit haben wir jetzt zwei Pfeile im Köcher“, sagte Bürgermeister Udo Ockel (CSU) auf Anfrage zufrieden. Erstmals habe das Kabinett bei einer Bedarfsanmeldung bei drei oder vier Projekten ausdrücklich zwei Varianten dem Bundesverkehrsministerium vorgelegt. „Für das ursprünglich vorgesehene Projekt (Südumfahrung) liegt eine Vielzahl an Ablehnungen vor. Gleichzeitig sprachen sich viele Bürger (...) für eine alternative Lösung (Tunnel) aus. Das Projekt (Südumfahrung) und die Variante (Tunnel) verbleiben in der Anmeldeliste. Die Bewertung des Projekts im Rahmen der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans soll zeigen, welche Lösung unter allen vorgetragenen Aspekten weiter betrieben werden soll.“ So lautet der entscheidende Absatz im Kabinettsbeschluss. Für Ockel ist „das genau das, was wir wollten. Es kommt jetzt auf den dann geltenden Bewertungsmodus, sprich die Verfahrensmatrix, an“. Im Falle der Südumgehung sei es natürlich der Landschaftsverbrauch, bei der Tunnelvariante eben die hohen Kosten, die hinderlich wirkten. Je nach dem, wie 2015 bei der Neufassung des Bundesverkehrswegeplans diese Parameter gewichtet würden, falle für Kirchseeon die Entscheidung aus. Allerdings: „Kann ja sein, dass beide Vorschläge rausfliegen, so Ockel. Dann müsse bis zur dann Jahre später folgenden Fortschreibung gewartet werden.

Die Initiative „Schutz des Kirchseeoner Südens“ gab sich kritisch. Vorsitzender Andreas Scherer: „Den Schwarzen Peter, dass nämlich die Südumfahrung rausgeworfen wird, hat das Kabinett nach Berlin geschoben.“ Die Initative hätte es lieber gesehen, wenn nur die Tunnelvariante angemeldet worden wäre. Es gehe darum, „keine weitere Zerschneidung von Landschaft mehr zuzulassen“. Für Scherer ist die für Samstag vom Isartor bis zur bayerischen Staatsregierung führende Demonstration nicht obsolet. Damit sollte Druck auf den Ministerrat gemacht werden, nachdem für Ende März angekündigt gewesen war, über die Verkehrsprojekte zu entscheiden. „Jetzt werden wir das Signal nach Berlin weitergeben, dass das mit der weiträumigen Südtrasse nicht geht.“ Neben den Varianten für Kirchseeon hat das Kabinett auch für Steinhöring und Tulling Ortsumgehungen angemeldet. Auf der B304 schließt sich östlich noch eine Umfahrung von Forsting an.

Von Eberhard Rienth

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