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Abt oder nicht Abt?

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Ebersberg - Es geht um ein Rotmarmor-Relief im Ebersberger Klosterbauhof. Kreisheimatpfleger Markus Krammer sagt, es zeige Abt Leonhard I.. Doch es gibt Widerspruch.

Zahllose Ebersberger haben das Rotmarmor-Relief bereits bewundert. Jeder, der den Durchgang unter dem Alten Speicher von der Altstadtpassage zum Klosterbauhof benutzt, läuft direkt an der Steinskulptur vorbei, die bei den Bauarbeiten des E-EinZ ausgebaggert worden war. „Abt Leonhard I. 1500 - 1509 steht dem Hl. Sebastian gegenüber“, hat Kreisheimatpfleger Markus Krammer auf die Tafel neben dem Epitaphen schreiben lassen. „Das ist ein Irrtum“, sagt jetzt die Vaterstettener Kunsthistorikerin Brigitte Schliewen. Und das begründet sie auch.

Krammer geht in seiner Interpretation des Steinfragments davon aus, dass die rechte Person der Stifter Abt Leonhart sein soll (darüber berichteten wir bereits). Schliewen bringt gegen die Annahme einige Argumente ins Spiel: 1. Der dargestellten Person fehlt ein Stab, der sie als Abt ausweist. 2. Als Attribut trägt die Person ein genopptes Glas, das , so Schliewen, „ihn der Legende nach als den Hl. Benedikt von Nursia, Gründer des Benediktinerordens, kennzeichnet“. 3. Der vermeintliche Mönch unterhält sich auf gleicher Ebene und auf Augenhöhe mit dem Hl. Sebastian. Anmaßend, ja undenkbar in der mittelalterlichen Vorstellungswelt! Stifterfiguren sind immer in demütiger und verkleinerter Pose dargestellt worden. Fazit der Kunsthistorikerin: „Auf dem von ihm gestifteten Gedenkstein hat sich der Stifter mit seinem Wappen nur bescheiden zu Füßen der beiden miteinander diskutierenden Heiligen, Sebastian und Benedikt, dargestellt und drückt damit die Verbindung des Benediktinerklosters Ebersberg mit seinem Patron Sebastian aus, dessen Reliquie es als seinen größten Schatz verehrt.“

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