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Familie Schwarz an der Antoniuskapelle.

Ortsentwicklung Zorneding

Erneut mit Antrag gescheitert: Familie darf nicht bauen

Grundstück und Kapelle sind im Eigentum der Familie, aber mehrere Versuche, Baurecht für ein Haus zu bekommen, blieben erfolglos – Landratsamt regte Gespräch an, um eine gemeinsame Lösung zu finden. 

Zorneding– Die 1683 erbaute Antoniuskapelle ist das älteste Gebäude in der Gemeinde Zorneding. Vor 100 Jahren kaufte der Wirtssohn Ludwig Festl die Kapelle samt dem sie umgebenden Grundstück, seit knapp 50 Jahren ist dessen Enkelin Martina Schwarz mit ihrer Familie die Eigentümerin. Seit über 30 Jahren möchte die Familie dort ein Haus bauen, doch das wird nicht genehmigt, weil es die Sicht auf die Kapelle beeinträchtigen würde.

Dabei entsteht direkt neben dem Gotteshaus gerade ein Neubaugebiet.

Schon 1985 und 1999 hatte die Familie Bauanträge gestellt, die jedoch abgelehnt wurden. Daraufhin wollte die Familie die Bebauung des Nachbargrundstücks abwarten, dort entsteht gerade die Wohnsiedlung „An der Flur“. Die Hoffnung der Familie: „Dann ist bei uns eine Baulücke, die sicher geschlossen werden darf.“

Tatsächlich ist das Grundstück der Familie Schwarz heute an drei Seiten von Bauland umgeben: Im Norden und Osten sind Einfamilienhäuser, im Süden entsteht das Neubaugebiet, im Westen des Areals verläuft die Straße „An der Flur“.

Dennoch wurde ein erneuter Bauantrag im Frühjahr 2016 abgelehnt. Die Begründung ist immer dieselbe: Im Bebauungsplan ist vorgesehen, diese Fläche von einer Bebauung frei zu halten. „Als besonders schützenswertes Landschaftselement ist die ortsprägende, auf einer Kuppe gelegene, denkmalgeschützte Kapelle mit dem vorgelagerten unbebauten Hangbereich zu erhalten“, heißt es da.

Familie Schwarz möchte für ihren Sohn Tobias ein Haus am Fuße des Hangs bauen, die Sicht auf die Kapelle würde ihrer Auffassung nach dadurch nicht beeinträchtigt. Nun hat Tobias Schwarz einen Anwalt beauftragt, der sich ans Bauamt und die Untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Ebersberg gewandt und dort eine Befreiung vom Bebauungsplan oder eine entsprechende Änderung des Bebauungsplanes beantragt hat. Das Landratsamt spielte den Ball zurück an die Gemeinde Zorneding und regte ein Gespräch zwischen Gemeinde, Bauherr und Denkmalschutzbehörde an mit dem Ziel, eine gemeinsame akzeptable Lösung zu finden.

Doch dieses Gespräch wird wohl nicht zustande kommen. In ihrem Sachvortrag zur jüngsten Zornedinger Bauausschusssitzung führt die Gemeindeverwaltung aus, dass es keine Befreiung vom geltenden Bebauungsplan geben könne, weil durch die Befreiung die Grundzüge der Planung berührt würden. Auch eine Änderung des Bebauungsplanes wäre nicht hilfreich, denn auch ein neuer Bebauungsplan müsste die Festsetzung des betreffenden Flurgrundstückes als Grünfläche beinhalten.

Lediglich Bianka Poschenrieder (SPD) versuchte in der Bauausschusssitzung zu vermitteln: „Immerhin pflegt die Familie Schwarz die Kapelle schon seit Jahrzehnten, da sollten wir wenigstens das Gespräch suchen.“ Dennoch lehnte der Ausschuss den Antrag mehrheitlich ab.

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