Werner Lampl, Bürgermeister: „Dürfen nicht blind sein.“

Ortsumfahrung: Gegenwind schon vor der Planung

Aßling - Jetzt hat die Gemeinde Aßling ihr zweites heißes Eisen zu schmieden. Nach der Diskussion um den Mobilfunk, füllte jetzt das Thema einer möglichen Ortsumfahrung den Gemeindesaal – bis auf den letzten Platz.

Dorthin hatte Bürgermeister Werner Lampl (CSU) zu einer Gemeinderatssitzung geladen und stellte gleich zu Beginn klar: „Eine Trassenplanung existiert bis dato nicht. Es geht um eine Machbarkeitsstudie“. Und weiter: „Über eine Ortsumfahrung von Aßling weiß ich selbst so viel, wie ich Schwarzes unter den Nägeln habe.“

Aus diesem Grund hatte er Hilfe nach Aßling beordert. Gleich mehrere Vertreter des Staatlichen Bauamtes Rosenheim waren gekommen. Deren Fachbereichsleiter Straßenbau, Claus-Peter Olk, betonte: „Aßling ist zwar noch ein weißer Fleck, aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich Gedanken zu machen.“ Dies sah auch sein Kollege Heinz Dirnhofer so und gab bekannt, dass demnächst die Fortschreibung des Staatsstraßen-Ausbauplanes aus dem Jahre 2001 ansteht. „Heute ist eine Initialzündung für Aßling“, so der Abteilungsleiter „Planung“. Seine Aufforderung: „Machen Sie sich über eine Trassenführung Gedanken und reichen Sie die Vorschläge bis Ende 2009 bei uns ein.“

Diese Aufforderung stieß nicht gerade auf Gegenliebe in den Zuhörerreihen. Aus zahlreichen Wortmeldungen ging hervor, dass man den den Verkehr gerne auf den bestehenden Bundesstraßen und auf der Schiene sehen würde. Dazu Olk: „Es ist aber politischer Wille, die Achse Rosenheim zum Flughafen München II zu stärken. Staatsstraßen wie die zwischen Ostermünchen und Aßling haben dazu ihre Aufgabe zu erfüllen und können nicht als reine Gemeindeverbindungsstraßen gesehen werden.“

„Aber“, so der Projektgruppenleiter Straßenplanung: „Wenn man keine Umgehung will, drängen wir uns nicht auf. In Bayern wurde keine Umgehung gegen den Willen einer Kommune realisiert.“ Lampl: „Unser Handeln hängt von unseren Nachbargemeinden ab. Wenn woanders was passiert, kriegen wir den ganzen Abfall rein. Wir dürfen nicht so blind sein und darauf hoffen, dass andere für uns mitdenken“.

Mitdenken will auf alle Fälle der Agenda 21-Arbeitskreis „Dorfentwicklung“. Deren Sprecher Götz Schindler regte ein „Bürgerforum“ an. „Aber ein Bürgerforum ohne parteipolitisches Hickhack“.

Ob sich die Gemeinde Aßling beim Thema „Umfahrung“ ausklinkt oder sich zumindest an einer Machbarkeitsstudie beteiligt, dass hat in den nächsten Wochen der Gemeinderat zu entscheiden.

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