Ende 2002 trafen sich die Bürgermeister Georg Rittler (Pliening) und Albert Hingerl (Poing) auf Einladung unserer Zeitung zum Streitgespräch, über das wir am 7. Dezember 2002 berichteten. Die angestrebte „Gesamtlösung“ gibt es bis heute nicht. repro: rm

Ortsumfahrung Pliening: Der Streit mit Poing flammt wieder auf

Pliening - Seit zehn Jahren streiten sich Pliening und Poing über die von Pliening geplante Ortsumfahrung. Nun hat die Auseinandersetzung wieder an Schärfe gewonnen. Plienings Bürgermeister Georg Rittler ist stocksauer auf die Nachbargemeinde.

"Die Arroganz, die Poing in Sachen Verkehrsentwicklung an den Tag legt, grenzt in Anbetracht der ungelösten Probleme vor der eigenen Haustüre an Unverfrorenheit", schreibt Rittler in einer Stellungnahme zum jüngsten Poinger Beschluss in Sachen Ortsumfahrung für Pliening, Landsham, Ottersberg. Der Gemeinderat Poing hat sämtliche Trassenführungen, die südlich von Landsham verlaufen und am Poinger Westring bei Grub enden sollen, einstimmig abgelehnt.

Das nicht zum ersten Mal: Seit Pliening Ende 2002 Überlegungen für die Ortsumfahrung erstmals vorgestellt hat, haben die Poinger die Trassenvarianten abgelehnt - weil sie ein zu hohes Verkehrsaufkommen für die Neubaugebiete am Bergfeld befürchten. SPD-Fraktionssprecher Peter Maier urteilte in der Ratssitzung vergangene Woche: "Die vorgelegte Trassenführung ist inakzeptabel."

Georg Rittler kann die ablehnende Haltung nicht nachvollziehen, denn die Plieninger Umgehungsstraße würde seiner Ansicht nach auch zu einer Entlastung Poings beitragen. Eine einzige Ortsausfahrt im Westen, Richtung Grub, sei auf Dauer zu wenig. "Die angestrebten Bevölkerungszahlen sprechen ebenso für sich wie die täglichen Staus auf der Gruber Straße", sagt Rittler, der den Poingern rät: "Es wäre an der Zeit, nicht nur Verkehrskonzepte zu erstellen, sondern diese - möglicherweise auch nur unter Anwendung gesunden Menschenverstandes - umzusetzen." Plienings Bürgermeister beklagt, dass Poing zwar stets Teilkonzepte erarbeite, nie aber einen ganzheitlichen Verkehrsplan.

Bereits vor zehn Jahren, als unsere Zeitung die Bürgermeister von Pliening und Poing zum Gespräch bezüglich der Ortsumfahrung an einen Tisch geholt hatte, forderte Rittler: "Die Gemeinde Poing soll uns erklären, wie sie die Tausenden von Bürgern, die am Bergfeld leben werden, hin- und wieder wegbringen will." Ein schlüssiges Konzept hierfür sei bis heute nicht erstellt. "Irgendwann stößt Poing an seine Grenzen", glaubt Plienings Bürgermeister.

Der aktuellen Forderung des Poinger Gemeinderates, die Ortsumfahrung nördlich von Landsham zu legen, erteilt Rittler eine Absage: "Diese Empfehlung entbehrt jeglicher Logik, wenn man für alle Ortsteile von Pliening eine Entlastung erreichen will." Er befürchtet, dass durch den weiteren Zuzug in Poing-Nord der Verkehr Richtung Flughafen und Flughafentangente zunehmen wird. "Die Autos fahren alle durch Ottersberg und Gelting zur FTO." Auch deshalb ist Rittler sauer auf Poing: Weil Plienings Nachbargemeinde es vor Jahren im Planungsverfahren zur Flughafentangente abgelehnt hatte, die damals vorgesehene, eigene FTO-Anschlussstelle zwischen Poing und Anzing zuzulassen.

von Armin Rösl

Einen Kommentar zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der Ebersberger Zeitung am 23. Januar.

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