Derzeit verwaist: Die Alte Post in Parsdorf findet keinen Interessenten. Foto: Stefan Rossmann

Alte Post: Alles wieder offen

Parsdorf - Das Gezerre um die „Alte Post“, das Wirtshaus in Parsdorf im Eigentum der katholischen Kirche, geht weiter.

Die Kirchenverwaltung der Kuratie St. Peter und Paul, Neufarn, hat in ihrer Sitzung das Scheitern des angestrebten Bieterverfahrens zum Verkauf der „Alten Post“ feststellen müssen. Geplant war eine Lösung im Rahmen eines Erbpachtvertrages. Mit der Erbpacht wollte die Kirche „im Sinne der Wünsche der Bevölkerung“ Einfluss auf die zukünftige Nutzung der „Alten Post“ nehmen können. Die Traditionswirtschaft gibt es schon seit 1443. Nach Möglichkeit sollte der Wirtsbetrieb, die Nutzung des Saales und die Räume der Pfarrei im Erdgeschoss erhalten bleiben, wie Pfarrer Thomas Kratochvil und Pfarrer Hans-Joachim Brennecke vom Pfarrverband Vaterstetten jetzt erklärten.

Das Bieterverfahren war im Juni eröffnet worden. Trotz nochmaliger Verlängerung bis November 2015 habe nur ein Bieter ein Gebot abgegeben, steht in der Stellungnahme. Dieses Gebot haben sich aber als nicht belastbar erwiesen. Die Kirchenverwaltung habe gehofft, im Rahmen des Bieterverfahrens zu einer für alle Beteiligten guten Lösung zu gelangen. „Das ist leider nicht geglückt.“ So müsse im kommenden Jahr im Frühling, zusammen mit der bischöflichen Finanzkammer, eine neue Lösung angestrebt werden. „Dieser Prozess ist wieder völlig offen“, so die beiden Geistlichen.

Zusammen mit dem Ordinariat, dem Landratsamt Ebersberg und der Kirchenverwaltung werde jetzt darüber nachgedacht, den leerstehenden Wohnraum im Obergeschoss, die ehemalige Wirtswohnung und die Dienstbotenzimmer für eine befristete Zeit Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen.

Ende 2013 hatte ein neuer Pächter die Nachfolge der legendären Wirtin Helga Klement angetreten. Es kam bald zum Streit. Unter anderem ging es um Brandschutzmaßnahmen. Die Wirtschaft wurde wegen „Baumängeln“ gesperrt. Ein von der Kuratie in Auftrag gegebenes Gutachten zu den nötigen Instandhaltungsmaßnahmen ging von Kosten von knapp 500 000 bis 1,24 Millionen Euro aus, je nach Umfang der Arbeiten. Die Verpachtung des Gebäudes hätte hingegen über die vergangenen zwölf Jahre insgesamt nur 9000 Euro Gewinn gebracht, hieß es vor rund einem Jahr.

Die Kuratie Neufarn, die inzwischen mit den Pfarrverband Vaterstetten verschmolzen ist, entschloss sich zum Verkauf, die Wirtschaft blieb geschlossen. Seither wurden die Räume nur sporadisch genutzt, unter anderem für die Aufführungen der Brettlbühne. lan

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