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Schritt in die Vergangenheit: Noch erinnert einiges an die Spätphase des Kalten Krieges. Der ehemalige Kommandant der Feuerwehr Parsdorf-Hergolding, Johann Gunszt, kennt die Bunkeranlage genau.

Zu Besuch im Atomschutzbunker von Parsdorf

Überleben im Untergrund

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Parsdorf -  Massive Wände, zwei schwere Metalltüren und ein ausgeklügeltes Belüftungssystem: In einem Schutzraum im Keller des Feuerwehrhauses in Parsdorf sollten bis zu 50 Personen die Folgen einer Atombombe überleben können. Gebaut wurde die Anlage im Jahr 1980. Inzwischen ist sie außer Betrieb. 

Im Kalten Krieg wurde eine ganze Reihe derartiger Anlagen in Deutschland errichtet. Dann kamen die Deutsche Einheit und die Ost-West-Entspannung. Das Thema Zivilschutz verlor an Brisanz. Jetzt wird wieder darüber diskutiert. Am morgigen Mittwoch soll im Bundeskabinett ein neues Konzept beraten werden. Nach Medienberichten ist geplant, die Bevölkerung anzuhalten, sich auf einen Notfall einzustellen und für die eigene Versorgung ausreichend Nahrungsmittel und Trinkwasser vorzuhalten.

Trinkwasser gab es auch im Schutzraum in Parsdorf. Das sollte für mehrere Tage reichen. „Es gab genaue Berechnung, wie lange Menschen beispielsweise nach einer Atombombe und der anschließenden Verstrahlung hier unten bleiben hätten müssen“, erzählt Johann Gunszt. Als der Raum gebaut wurde, war er Kommandant derFreiwilligen Feuerwehr Parsdorf-Hergolding. Mit dem Neubau des Feuerwehrhauses wollte der damalige Bürgermeister Martin Berger den Schutzraum. „Er hat den Zweiten Weltkrieg erlebt“, vermutet Gunszt als einen der Beweggründe.

Für den Bau gab es hohe Zuschüsse vom Bund. „Gerade Gemeinden und Behörden sollten Vorbild sein mit solchen Anlagen“, so Gunszt. Platz war auf rund 70 Quadratmetern für maximal 50 Menschen. „Es gab nur 15 Betten, der Rest musste stehen“, erklärt der ehemalige Kommandant. Hinter einem Vorhang war eine Trockentoilette untergebracht, wie man sie vom Camping kennt.

Doch wer durfte hier im Notfall Schutz suchen? „Da gab es keine Prioritäten“, erinnert sich Gunszt. „Das war für alle Bürger gedacht, also nicht nur für Bürgermeister und Gemeinderat. Wer zuerst kam, war drin.“

Wenn die Türen geschlossen waren, wurde die Luft durch einen großen Sandfilter im Vorraum geleitet. Die Instrumente dazu waren im inneren Raum, samt einer Betriebsanleitung. Möglich war der Betrieb der Luftpumpe durch einen Elektromotor. Wenn der ausfiel, gab es eine Kurbel für Handbetrieb.

Aus dem Schutzraum führte ein Notausgang durch einen Tunnel nach draußen. Dieser Weg sollte genutzt werden, für den Fall eines Gebäudeeinsturzes. Etwas abseits ist oben noch die Metallklappe des Tunnels zu sehen, die von innen zu öffnen war und nach unten wegklappte. „Die ist heute noch dicht, da kommt kein Regen durch“, erzählt Gunszt. Den Tunnel hatte die Feuerwehr zwischenzeitlich für Atemschutzübungen genutzt, heute jedoch nicht mehr. „Die Klappe lässt sich nur sehr schwer bewegen. Wenn wir sie aufmachen und dann nicht mehr zubekommen, dann haben wir ein Problem.“ Zum „Ausprobieren“ einmal im „Bunker“ zu übernachten, das hat es nicht gegeben. „Dafür hat sie nie jemand beworben“, so Gunszt.

Inzwischen sind die Betten verschwunden. Auch der Filtersand wurde entfernt, die Luftpumpe ausgebaut. In Schränken hängen jetzt unter anderem die Uniformen der Feuerwehrjugend. Der Notausgang ist mit Fässern zugestellt. Das Konzept war wohl schon kurz nach der Fertigstellung teilweise überholt. Denn unter dem Baubetriebshof im Nordwesten von Vaterstetten wurde laut Gunszt nach Parsdorf ebenfalls Anfang der 80er-Jahre ein Schutzraum gebaut“, erzählt Gunszt. „Doch der wurde gar nicht mehr ausgestattet.“

Könnte man die Anlage wieder in Betrieb nehmen? Der derzeitige Kommandant, Leo Spitzauer, ist skeptisch. „Mit einigem Aufwand vielleicht ja.“ Aber nach den aktuellen Brandschutzvorgaben müsse jetzt die alte Stahltüre ersetzt werden. „Ob die neue Türe dann aber gegen Strahlung schützt, ist fraglich“, sagt Spitzauer.

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