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Das neue Gewerbegebiet in Parsdorf: Dort Beschäftige könnten Mieter von günstigen Wohnungen werden, die in der Nähe entstehen sollen.

Sozialer Wohnungsbau in Parsdorf

Streit um neue Siedlung  

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Parsdorf - Die Gemeinde Vaterstetten will in Parsdorf 70 günstige Wohnungen durch eine Genossenschaft bauen lassen. Das Projekt ist umstritten, vor allem im Ort, aber auch innerhalb der CSU. Das notwendige  Grundstück gehört der Stadt München.

Eine Siedlung mit 70 günstigen Wohnungen soll im Ort entstehen. Derzeit hat Parsdorf (Gemeinde Vaterstetten) 1131 Einwohner, rund 175 könnten dazukommen. Auch von 1000 Neubürgern war die Rede, was von der Gemeinde jedoch dementiert wird. Unter anderem sollen Beschäftigte aus dem nahen neuen Gewerbegebiet ein neues Zuhause finden. Wenn es nach dem Rathaus geht, wird eine Genossenschaft das Projekt umsetzen. „Wir lassen uns natürlich Belegungsrechte einräumen“, erklärte Bauamtleiterin Brigitte Littke in der Gemeinderatssitzung. 

Hintergrund: Das Areal mit rund 5,8 Hektar gehört der Landeshauptstadt München. Wegen der Hochspannungsleitung können nur 2,5 Hektar genutzt werden. Eine Konzeptstudie zeigt vier Varianten auf, von 70 bis 270 Wohnungen. Das Rathaus spricht sich für die kleinste Variante aus. Im Gespräch ist eine Sozialbindung. Nun soll mit der Stadt München verhandelt werden. Das beschloss der Gemeinderat mehrheitlich.

„Sozialer Wohnungsbau ist fast schon ein Schimpfwort. Das klingt, als entstehe ein Ghetto“, so CSU-Gemeinderat Stefan Huber (CSU). Vor 20 Jahren hätte er selbst Anspruch auf eine derartige Wohnung gehabt, versuchte der heutige Geschäftsführer der Kreisklinik Eberberg Bedenken zu zerstreuen. Mit dem neuen Gewerbegebiet in Parsdorf habe man für Arbeitsplätze und Gewerbesteuer gesorgt, nicht aber für Wohnraum, so Huber. Es sei unglaublich schwer, Mitarbeiter zu finden, wenn sich diese hier die Wohnungen nicht leisten könnten.

Der Wunsch der Wohnbebauung komme aus dem Gewerbegebiet, erklärte Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler). Das biete 1200 neuen Arbeitsplätze, wenn alles fertig sei. Man brauche auch kleinere Wohnungen für Azubis, die dann mit dem Fahrrad oder zu Fuß die Arbeitsstelle erreichen könnten. 

FW-Gemeinderat Peter Reitsberger meinte hingegen, Arbeitgeber könnte die höheren Mieten der Mitarbeiter durch höhere Löhne kompensieren. Auf die Gemeinde kämen mit der Bebauung Folgekosten zu, beispielsweise für einen Kindergarten. Das müsse man mit den Gewerbesteuereinnahmen gegenrechen. Es stelle sich die Frage, „ob sich das neue Gewerbegebiet rentiert, oder ob wir sinnlos Boden versiegelt haben“. Und: „Es kommt mir nicht ganz koscher vor, dass die Stadt München das Grundstück zur Verfügung stellt.“ Reaktion von Herbert Uhl (FW): „Es ist bekannt, dass München versucht, den selbst verursachten Siedlungsdruck auf das Umland abzuwälzen.“

Skepsis bei CSU-Gemeinderäten, die in den nördlichen Dörfern wohnen. Leonhard Spitzauer wollte die Baratung über das Projekt grundsätzlich vertagen. Er fühlte sich wie manch anderer im Gremium nicht ausreichend und zu spät informiert. Spitzauer befürchtet, dass jetzt „ein Klotz hingestellt wird“, der sich nicht ins Ortsbild einfügt. Zudem sieht er Parsdorf zu sehr belastet. Für seinen Fraktionskollegen Albert Wirth sind viele Fragen offen, etwa zur Verkehrsanbindung, zum ÖPNV und wer dort wohnen soll. Vielleicht fände sich ja „ein Fleck für Einheimischenbauland“, so Wirths Vorschlag.

Scharfe Worte vom CSU-Fraktionssprecher Michael Niebler. Man brauche bezahlbaren Wohnraum für sozial Schwächere. „Auch Parsdorf muss einen Beitrag leisten.“ Den Eindruck, der Ort werde jetzt die „Hochburg des sozialen Wohnungsbaus“, wies Niebler zurück. Der Forderung Spitzauers, vor einem Beschluss im Gemeinderat eine Teilbürgerversammlung in Parsdorf einzuberufen, erteilte Niebler eine Absage. Er will zunächst offene Fragen klären. „Wenn wir das alles wissen, können wir in einen Dialog treten.“ Die nächste reguläre Bürgerversammlung in Parsdorf sei im Mai, nach Ansicht Nieblers noch früh genug. „Es besteht kein Grund zur Beunruhigung."

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