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Soll abgerissen werden und Platz für ein Boardinghaus machen: Die Hotel-Dependance in Parsdorf.

Geplantes Boardinghaus in Parsdorf

Parkplatzchaos mit Ansage

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Parsdorf - Das Parkplatzchaos ist programmiert, wenn im Zentrum von Parsdorf ein Boardinghaus mit 104 Betten gebaut wird. Da waren sich die Mitglieder des Vaterstettener Bauausschusses einig. Auch Vizebürgermeister Martin Wagner (CSU) erwartet Probleme.

Wagner sieht jedoch keine rechtliche Handhabe, das Projekt abzulehnen. Der Bauherr bietet nämlich sogar mehr als die gesetzlich geforderten Stellplätze an. Das war den Ausschussmitgliedern dennoch zu wenig. Der Voranfrage wurde zwar mehrheitlich zugestimmt. Wegen der Stellplätze soll aber nachverhandelt werden.

Nach den derzeitigen Plänen soll das Gebäude einer Hotel-Dependance, das neben der alten Brennerei in Parsdorf steht, abgerissen werden. Vorgesehen sind auf dem Areal zwei miteinander verbundene Neubauten und eine Tiefgarage mit 20 Stellplätzen. Dazu kommen sieben oberirdische Parkplätze, zusammen also 27. Notwendig wären 17 Stellplätze, je sechs Betten ein Stellplatz.

Ein Boardinghaus ist laut Hotel- und Gaststättenverband ein Beherbergungsbetrieb, der sich meist an Langzeitnutzer in städtischer Umgebung richtet. Die Zimmer ähneln in ihrer Ausstattung privaten Wohnungen. Der Service kann von sehr geringem Angebot bis hin zu einem hotelartigen Zimmerservice reichen. Die Zimmer und Wohnungen in einem Boardinghaus werden vor allem von Firmen genutzt, die über längere Zeit Mitarbeiter für bestimmte Projekte in andere Orte entsenden. Deren Unterbringung in einem Boardinghaus ist laut Rathaus wesentlich günstiger als in einem Hotel.

„Wir haben von den Gewerbetreibenden signalisiert bekommen, dass sie sehr interessiert sind an einem Boardinghaus, betonte 3. Bürgermeister Günter Lenz (SPD) in der Sitzung. Nach seiner Ansicht gehöre eine solche Einrichtung jedoch in ein Gewerbegebiet. Sie ist dort aber nach dem Baurecht – wie fast alle andere Wohnnutzungen – ausgeschlossen. Im Gegenteil zu einem Hotel, in dem die Aufenthaltsdauer pro Gast kürzer sei, erklärte Bauamtsleiterin Brigitte Littke.

Bleibt das Parkplatzproblem. Gemeinderat Herbert Uhl (Freie Wähler) erwartet ein „ernormes Verkehrschaos an dieser Ecke“, vor allem dann, wenn die derzeit geschlossene Gaststätte „Alte Post“ ganz in der Nähe samt Saal wieder öffnen wird. So sieht das auch Albert Wirth (CSU): „Wenn im Sommer der Biergarten auf ist, habe ich keine Ahnung, wo da noch jemand sein Auto hinstellen soll.“ Und Wirth erinnerte daran, dass derzeit auf dem ehemaligen Brennereigelände, neben dem geplanten Boardinghaus, Häuser mit 37 Wohneinheiten entstehen, was ebenfalls eine zusätzliche Verkehrsbelastung bedeutet.

Günter Lenz schlug schließlich vor, über eine gemeinsame Lösung zusammen mit der „Alten Post“ nachzudenken, vielleicht eine Tiefgarage. Die Gaststätte habe schließlich auch Schwierigkeiten mit Stellplätzen. Das sah Bauamtsleiterin Littke jedoch skeptisch, unter anderem mit Blick auf die zu erwartenden Kosten.

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