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Viel Spaß haben die Kinder in der Schule in Parsdorf mit ihren bunten Heftumschlägen. Sie werden von einer jungen Firma aus dem Landkreis Freising bezogen.

Heftumschläge aus Papier

Schule Parsdorf zeigt: Es geht auch ohne Plastik

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In der Schule in Parsdorf (Gemeinde Vaterstetten)  werden gemeinsam Heftumschläge aus  Papier bestellt, um auf  Plastikumschläge verzichten zu können. Die Kinder freuen sich und lernen etwas dabei.

Parsdorf – Die Bilder mit Plastikrückständen im Meer erschrecken. „Das ist nicht gut für die Umwelt“, sagen viele Schüler und erziehen damit ihre Eltern. In der Schule in Parsdorf (Gemeinde Vaterstetten) hat man mit einem Projekt reagiert. Dort werden für die Kinder gemeinsam Heft-Umschläge aus Recycling-Papier bestellt, um auf Plastikumschläge verzichten zu können. Die neue Papier-Version ist bunt und hat viele interessante Muster zu bieten.

Früher Probleme mit der Qualität

„Ich kenne Papier-Umschläge schon aus meiner eigenen Schulzeit“, erklärt Lehrerin Lea Bergmeister (31), die in Parsdorf das Projekt begleitet. Das Angebot gebe es grundsätzlich schon seit Jahrzehnten. Doch früher habe es Probleme mit der Qualität gegeben. „Die Umschläge sind schnell gerissen.“ Inzwischen habe die Firma  „minouki“ aus Freising, ein kleines Start-up-Unternehmen, gegründet 2016, ein neues, stabileres Produkt entwickelt. „Die Umschläge können wohl auch zwei Jahre halten.“ Also eine robustere Version. Nach einem Probelauf im vergangenen Jahr ist Bergmeister zuversichtlich.

Zunächst Probelauf

Auslöser für diese Aktion war ein großes Projekt im vergangenen Schuljahr zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz, so Rektorin Ellen Riebesell. Bereits im Vorfeld hatten die Lehrer über eine Alternative zu den Plastikumschlägen nachgedacht. Damals sei jedoch eine Reihe von Eltern skeptisch gewesen. Also gab es zunächst einen Probelauf. Anbieter ist eine Firma aus dem Landkreis Freising. Produziert wird laut Riebesell im Münchner Umland, also ein bayerisches Produkt. „Das ist auch ganz wichtig.“

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Wellenlinien und Blätter

„Inzwischen machen quer durch alle Klassen mehr als die Hälfte der Eltern mit“, erklärt Bergmeister. Die Papiervariante sei etwas teuerer als die Plastik-Version, so Bergmeister. Das werde aber akzeptiert.

Die Umschläge sind aus dickem Recycling-Papier. „Fast schon Karton.“ Auch die Hefte sollten aus ökologischem Material sein. „Die Kinder freuen sich über die Muster“, erklärt die Lehrerin. Die gibt es in unterschiedlichen Variationen im Angebot: Wellenlinien, Blätter, Sterne. Dazu verschiedene Farben.

Nachdem es sich um ein nachhaltiges Projekt handelt, ist auch die Weiterverwendung von Plastik-Umschlägen akzeptiert. „Die Kinder müssen natürlich Umschläge, die sie von ihren älteren Schwestern oder Brüdern haben, nicht wegwerfen.“

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Sammelbestellung

Die bunten Papierumschläge werden von der Schule in Sammelbestellung geordert. Hat für die Eltern auch den Vorteil, dass sie nicht einzeln einkaufen gehen müssen. „Heftumschläge aus Papier werden das globale Plastikproblem nicht lösen. Aber jeder Schritt, der zu einem Umdenken beiträgt, zählt“, so der Hersteller.

In Parsdorf geht man mit einem kleinen Projekt schon mal vorbildlich voran. Die Kinder lernen an einem praktischen Beispiel, wie Umweltschutz funktionieren kann. Die bunten Umschläge machen zudem Spaß. Und wenn sie doch einmal für den Schulgebrauch nicht mehr taugen, dann kann man immer noch etwas damit basteln, Girlanden beispielsweise oder Papierschiffchen.

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