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Die Feuerwehrleute waren am Montag auf der B12 im Einsatz, da ein Laster Bohrschlamm verloren hatte.

52-Jähriger war völlig abgekämpft

Nach Bohrschlamm-Einsatz: Parsdorfer Feuerwehrmann überfallen

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Parsdorf - In Parsdorf ist ein Feuerwehrmann bei einem Überfall erheblich verletzt worden. Der 52-Jährige wurde von einem Unbekannten angegriffen, als er gerade abgekämpft von einem Einsatz zurückkehrte.

Franz N. (Name geändert) musste nach dem Überfall mitten in der Nacht von Montag auf Dienstag im Krankenhaus behandelt werden. Er erlitt eine Kopfplatzwunde und zahlreiche Prellungen, als er von einem Unbekannten Täter mit voller Wucht vom Rad gestoßen wurde. Anschließend forderte der Unbekannte Geld von dem Feuerwehrmann, der sich aber gegen den Angreifer erfolgreich zur Wehr setzte. „Ich bin 1,93 groß und 95 Kilogramm schwer“, berichtet der Überfallene. „Der hat mich mit hohem Risiko angesprungen.“

Das Opfer glaubt, dass der Täter, der sich in Begleitung von drei weiteren Männern befand, zwar deutsch gesprochen habe, aber eher aus dem Ausland stammen würde. „Die drei anderen standen hinter einer Hecke am Dorfplatz“, schildert der 52-Jährige Elektrokonstrukteur seine Situation. Er sei mit Tempo 25 unterwegs gewesen und wisse das deswegen so genau, weil sich der Hilfsantrieb seines Elektrofahrrades bei dieser Geschwindigkeit ausgeschaltet habe.

Franz N. wehrte sich gegen den unbekannten Angreifer. Der Parsdorfer wusste, dass mit ihm kurz vor 2.30 Uhr noch zwei andere Feuerwehrmänner sich auf den Heimweg gemacht hatten. „Ich hab laut ihre Namen gerufen und um Hilfe geschrien“, berichtet der Feuerwehrmann noch geschockt von dem schlimmer Ereignis. „Da macht man sich schon seine Gedanken“, sagt er und glaubt, dass der Vorfall „mit Sicherheit Auswirkungen auf das künftige Dorfleben haben wird“.

Die Poinger Polizei, vom Opfer selbst gerufen, war mit zwei Streifenwagen schnell am Tatort, dessen Umgebung anschließend von den Beamten abgesucht wurde – ohne Ergebnis.

Franz N. hatte stundenlang bei der Beseitigung des Bohrschlamms mitgeholfen

Franz N. hatte vorher stundenlang bei der Beseitigung des Bohrschlammes auf der B 12 bei Forstinning mitgeholfen, den ein Lkw verloren hatte. „Anschließend sind wir gegen 0.30 Uhr zum Feuerwehrhaus zurück, um das Einsatzfahrzeug zu waschen.“ Gegen 2.30 Uhr habe er sich dann mit seinem Radl auf den Heimweg gemacht, als er plötzlich am Dorfplatz angegriffen wurde. Das Rad wurde dabei verbogen.

Laster verliert auf 500 Metern Bohrschlamm: B12 gesperrt

Auch die Feuerwehrkameraden des Opfers sind empört über den Angriff. Johann Gunszt, ehemaliger Gemeindeangestellter und langjährige Kommandant der Feuerwehr Parsdorf-Hergolding. schimpft: „So eine Schweinerei.“

Das Opfer hat sich das Gesicht des Täters, der zusammen mit seinen drei Begleitern in Richtung Brennerei geflüchtet sei, genau eingeprägt. „Den erkenne ich wieder, wenn ich ihn auf der Straße treffe“, sagt Franz N., der sich inzwischen von seinen Verletzungen erholt. Er erlitt neben der Kopfplatzwunde eine Prellung des Beckens und eines Ellenbogens. Die Wunde musste in der Kreisklinik Ebersberg genäht werden. Momentan ist N. krankgeschrieben

Die Poinger Polizei verweist darauf, dass die Ermittlungen inzwischen von der Kripo Erding übernommen worden seien. Der Vorfall habe sich aber wie geschildert abgespielt, wird bestätigt.

Gunszt informiert über einen eigenen E-Mail-Verteiler der Feuerwehr die Kameraden über den aktuellen Stand der Ermittlungen. Wenn es eine Täterbeschreibung gebe, werde auch die an die Männer verteilt, kündigt Gunszt bereits an. Vielleicht kann aber auch die Bevölkerung von Parsdorf einen Hinweis auf den Täter geben.

Die Täterbeschreibung der Polizei 

Männlich, ca. 18 Jahre alt, 180 cm groß, athletisch schlank, bekleidet mit einem hellen Langarmkapuzenshirt. Die drei anderen jungen Männer konnten nicht näher beschrieben werden, dürften jedoch etwas älter, ca. 25 Jahre alt, gewesen sein.

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