Immer noch geschlossen: Die traditionsreiche Wirtschaft in der Ortsmitte von Parsdorf. sro

Hoffnung für die "Alte Post"

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Parsdorf - Plötzlich ist ein Grundstückstausch zwischen Kirche und Gemeinde im Gespräch, eine Genossenschaft soll den Betrieb sichern.

Die Grundidee ist klar: Die Kirche gibt die inzwischen schon länger leer stehende Traditionsgaststätte „Zur alten Post“ in Parsdorf an die Gemeinde Vaterstetten ab und erhält dafür im Tausch von der Kommune ein gleichwertiges Grundstück. Die Kommune bringt dann die Immobilie in eine zu gründende Genossenschaft ein, die vor allem von Parsdorfer Bürgern getragen wird und die sich um den Betrieb der Gaststätte kümmern.

Die Wirtschaft samt dem großen Saal ist im Eigentum der katholischen Kirchenstiftung der Kuratie Neufarn. Deshalb gelten besondere Vorschriften zum Werterhalt. Ein Gutachten von neutraler Stelle für die Immobilie liege vor, wie Pfarrer Thomas Kratochvil vom Pfarrverband Vaterstetten erklärte. Eine Genossenschaftslösung sei durch das Ordinariat geprüft und als möglich erachtet worden. Es gebe zwei Varianten: Die Genossen kaufen die Gaststätte von der Kirche. Das wäre jedoch eine sehr hohe Investition. Oder es kommt zur Tauschlösung mit der Gemeinde. Dazu wurden bereits Gespräche im Rathaus geführt. Auch gab es im kleineren Rahmen Gespräche mit interessierten Bürgern zur Gründung einer Genossenschaft. Als Tauschgrundstück könnte sich Kratochvil das Areal neben der Feuerwehr in Parsdorf vorstellen, auf dem derzeit ein Kindergarten steht. Diese Fläche sei bereits einmal im Eigentum der Kirche gewesen.

Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) steht dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber. Auf das Kindergartengrundstück will er sich jedoch nicht festlegen, sondern spricht lieber von einem „gleichwertigen“ Areal. Die Kommune kann den Wert des Tauschgrundstücks durchaus beeinflussen, je nachdem, welche Bebauung sie dort zulässt. Der Rathauschef strebt jedoch so bald als möglich eine Lösung an, um die Gaststätte nicht zu lange leer stehen zu lassen. Klar sei, dass für die Wiederaufnahme des Betriebes investiert werden müsse. Gleichzeitig betonte Reitsberger aber auch, dass in den vergangen Jahren einiges an Geld in die Immobilie gesteckt worden sei. Der Bürgermeister will das alte Wirtshaus als „historisches Juwel“ im Ortszentrum von Parsdorf erhalten. Es gibt aber auch Stimmen, das Gebäude abzureißen und auf dem Gelände etwa Neues zu planen. Nun sollen sich laut Reitsberger zunächst die Gemeinderatsfraktionen mit dem Thema beschäftigen. Dann kommen die Vorschläge offiziell auf die Tagesordnung

Hintergrund: Ende 2013 hatte ein neuer Pächter die Nachfolge der legendären Wirtin Helga Klement angetreten. Es kam bald zum Streit. Unter anderem ging es um Brandschutzmaßnahmen. Die Wirtschaft wurde geschlossen. Sie sollte in einem Bieterverfahren auf Erbpachtbasis verkauft werden. Damit wäre das Grundstück im Eigentum der Stiftung geblieben. Doch es fand sich kein Käufer.

Die Kirche kündigte danach an, für eine Übergangszeit zwei Wohnungen im Haus für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Das Landratsamt besichtigte die Wohnungen und hielt sie grundsätzlich für geeignet. Jedoch wäre ein Umbau notwendig geworden, denn das Landratsamt bezahlen hätte müssen. Demgegenüber wäre die Nutzungsdauer relativ kurz gewesen. Die Behörde verzichtete.

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