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Umgebaut wird der „Segmüller-Kreisel“ südlich der Autobahn. Auf einem angrenzenden Gelände (im Bild rechts) entsteht eine Tankstelle. 

Im Gewerbegebiet

Neue Tankstelle für Parsdorf

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Parsdorf bekommt einen Turbokreisel im neuen Gewerbegebiet. Und damit bekommt  das Projekt Tankstelle auf einem Grundstück an der südlichen Anschlussstelle zur A 94 Schwung.

Parsdorf– Bisher hatte sich die Umsetzung wegen der nicht geklärten Erschließung verzögert. Nun könnte es schnell gehen. Über die neue Kreiselvariante wurde jetzt der Gemeinderat Vaterstetten informiert.

Der sogenannte Segmüller-Kreisel, eine Anlage in „traditioneller“ Ausführung, wurde 1998 zur Eröffnung des Marktes gebaut und entsprach damals den Notwendigkeiten. Doch mit dem neuen Gewerbegebiet stiegen die Anforderungen und es wurde klar, dass die Anlage einer zusätzlichen Belastung durch eine Tankstelle nicht mehr gewachsen wäre. Der Vaterstettener Verkehrsausschuss befasste sich zuletzt im November 2016 mit dem Thema. Möglich erschien an der Stelle eine neue Ampelkreuzung oder eben eine bei uns relativ neue Variante eines leistungsfähigen Kreisels, nämlich ein Turbokreisel.

Dabei wird der Verkehr teilweise über zwei Spuren geleitet, die an bestimmten Stellen baulich voneinander getrennt sind, um einen unberechtigten Spurwechsel zu vermeiden. Die Autofahrer müssen sich bereits bei der Einfahrt einordnen, je nachdem, wo sie den Kreisel wieder verlassen wollen.

Im Ausschuss herrschten damals erhebliche Zweifel. „Der Turbokreisel ist theoretisch die beste Lösung“, meinte Herbert Uhl (Freie Wähler). „In England würde er vielleicht funktionieren. Die Deutschen kapieren es aber nicht.“ Deshalb wurde ein Gutachter eingeschaltet. Der stellte nun fest, dass der Kreisel leistungsfähiger ist als eine Ampelanlage. Eingeräumt wurde aber auch, dass die Regelung für die Autofahrer gewöhnungsbedürftig sei. Und im Kreisel ereigneten sich mehr Unfälle als an einer Ampelkreuzung, diese seien jedoch weniger schwer.

Das Rathaus hatte zuvor Bedenken gegen den Turbokreisel geäußert. Unter anderem wurde ein Rückstau durch langsam fahrende Lkw befürchtet. Eine mögliche Lösung wären Spuren mit ausreichender Breite. Für mehr Sicherheit soll der Kreisel beleuchtet und eine Über-Kopf-Beschilderungen angebracht werden.

Im Gemeinderat erklärte nun Manfred Weber, zuständiger Sachgebietsleiter im Rathaus: „Ich sehe das als beste Möglichkeit.“ Zustimmung kam zudem von der Autobahndirektion Südbayern und vom Staatlichen Bauamt Rosenheim. Auch der Firma Segmüller, deren Zufahrt zum Möbelhaus über den Kreisel führt, wurde die Planung vorgestellt. Dort wurde der Umbau begrüßt, weil dadurch keine langen Wartzeiten in Richtung Parostraße zu erwarten seien, die sich laut Gutachten bei einer Ampel ergeben würden.

Verwunderung teilweise bei den Gemeinderäten. „Auf der anderen Seite Richtung Grub hatten wir einen Kreisverkehr geplant. Davon hatte man uns damals aber abgeraten“, meinte Josef Mittermeier (SPD). Antwort des Planers: Die Verkehrsbelastungen seien eben unterschiedlich.

In Auftrag gegeben hatte das Gutachten die Firma Singer, die die Tankstelle bauen will. Das Unternehmen muss auch die Umbaukosten am Kreisel bezahlen, die auf rund 800 000 Euro veranschlagt werden. Vorgesehen sei eine Tankstelle für den Individualverkehr, wie Manfred Singer auf Anfrage der Ebersberger Zeitung erklärte. Die Planungen gingen nicht in Richtung Autobahnraststätte. „Dafür hätten wir gar nicht genügend Platz.“ Zunächst geht es in den nächsten zwei bis drei Monaten nun noch um Vereinbarungen, unter anderem zwischen dem Unternehmen Singer und der Gemeinde Vatersteten. Mitte nächsten Jahres soll der Kreisel, der um ein Stück nach Süden versetzt wird, dann fertig sein. Parallel dazu soll auch das Projekt Tankstelle vorangetrieben werden. Frei bliebt zunächst noch neben der Tankstelle ein Areal von rund 7000 bis 8000 Quadratmetern. Dort könnte möglicherweise ein Autohaus entstehen. „Es gibt aber auch noch andere Bewerber“, sagte Singer.

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