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Im Gewerbegebiet Parsdorf sind viele Arbeitsplätze entstanden. Dafür werden bezahlbare Wohnungen gebraucht.

Unterschriftensammlung

Parsdorfer laufen Sturm gegen Wohnungen

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Mit einer Unterschriftenaktion wollen Parsdorfer ihre Befürchtungen dokumentieren, Befürchtungen wegen einer geplanten Wohnbebauung am östlichen Ortsrand.

Parsdorf  - Gesprochen wird von 70 Wohnungen mit möglicherweise 175 Bewohnern. Eine dichtere Bebauung wäre durchaus möglich. Die Rede war schon einmal von 1000 Neubürgern, was von der Gemeinde jedoch dementiert wird. Doch die Parsdorfer sind offensichtlich verunsichert.

Hintergrund: Das Areal nördlich des Sportgeländes des FC Parsdorf mit rund 5,8 Hektar gehört der Landeshauptstadt München. Wegen der Hochspannungsleitung können nur 2,5 Hektar des Grundstücks genutzt werden. Eine Konzeptstudie aus dem vergangenen Jahr zeigte vier Varianten zur unterschiedlich dichten Bebauung auf, von 70 bis 270 Wohnungen. In Anbetracht des hohen Bedarfs an gefördertem Wohnungsbau sowie günstigen Eigentumswohnungen und den zahlreichen Arbeitsplätzen, die in Parsdorf vor allem auf dem Niedriglohnsektor entstanden sind, wäre es sinnvoll, das Grundstück der Landeshauptstadt München für den Wohnungsbau zu nutzen, hieß es aus dem Rathaus. Das Bauamt riet jedoch davon ab, eine Entwicklung mit 190 beziehungsweise 270 Wohneinheiten voranzutreiben, „da dies das natürliche Wachstum des gewachsenen Ortsteils beeinträchtigen würde“. In Parsdorf sind rund 1140 Einwohner mit Hauptwohnsitz gemeldet.

Die Verwaltung sprach sich in einer Sitzungsvorlage für die kleinste Variante mit rund 70 Wohnungen aus. Im Gespräch ist eine Sozialbindung. Nutzer der neuen Wohnungen sollen vor allem Auszubildende und Arbeitnehmer aus dem Parsdorfer Gewerbegebiet sein.

Im Oktober beschloss der Gemeinderat mehrheitlich, mit der Stadt München zu verhandeln. Mehr ist wohl noch nicht passiert. Entscheidungen sind noch nicht gefallen. CSU-Fraktionssprecher Michael Nieblers betonte damals: „Es besteht kein Grund zur Beunruhigung.“ Im Gremium hatte es jedoch auch kritische Stimmen gegeben.

Einige Parsdorfer fürchten vor allem weitere Verkehrsprobleme für den Ort. Die Umfahrung sei noch nicht gebaut und die mit der Umsetzung des neuen Gewerbegebietes versprochenen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen seien noch nicht angepackt, so die Kritik. Auch die Verkehrserschließung der geplanten neuen Wohnungen sei nicht geklärt, kritisiert Johann Gunszt, einer der Unterschriftensammler und Sprecher der Arbeitsgruppe Orts- und Verkehrsentwicklung Parsdorf. Da werde wieder, wie schon beim Gewerbegebiet, der zweite Schritt vor dem ersten gemacht. Auch der ÖPNV sei ein Problem. Es gebe zwar einen Bus, der fahre aber nur tagsüber und während der Woche. Am Abend und am Sonntag kämen die Bewohner der neuen Wohnungen dann nicht weg.

Laut Gunszt werde in Parsdorf bereits gebaut. Und auch durch Verdichtung kämen zusätzliche Bewohner. Wenn nun auch noch im neuen Projekt zahlreiche Wohnungen entstehen würden, dann sei das für den Ort zu viel. „Wir wollen kein Neuparsdorf.“

Mit dem Bevölkerungszuwachs einher gehen würden  auch zusätzliche Anforderungen beispielsweise an Schule, Hort und Kindergarten. Da seien dann Investitionen notwendig.

Nun wollen die Unterschriftensammler zunächst noch eine Reihe von Bewohnern ansprechen und dann die Listen im Rathaus abgeben.

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