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War es das letzte Mal? Der MFC Red Baron hatte im September 2018 im Rahmen des Ferienprogramms Kinder auf den Flugplatz eingeladen.

Verein sucht weiter Landeplatz 

Modellflieger vor dem Absturz

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Das seit Jahren beliebte Kinder-Ferienprogramm ist für dieses Jahr schon mal abgesagt. „Alles zu unsicher“, so Frank Joosten, Vorsitzender des Modellflugclubs MFC Red Baron, angesichts der Vaterstettener Gewerbeparkplanung.

Vaterstetten – Wenn der Verein das Programm anbiete, dann verließen sich auch die Eltern darauf. Also lieber keine Hoffnungen schüren. Ist das jetzt schon das endgültige Ende auf Raten? Joosten hofft aber immer noch, dass aus den Gewerbeplänen der Großgemeinde nichts wird.

Abstand zur Bebauung notwendig

Wenn der neue Vaterstettener Gewerbepark nördlich der A 94 bei Parsdorf verwirklicht wird, müssen die Modellflieger weichen, die nördlich davon ihren „Flugplatz“ samt Vereinshütte betreiben. Aus Sicherheitsgründen müssen nämlich die Modellflieger Abstände zur Bebauung einhalten, 500 Meter jeweils entlang beider Seiten der etwa 180 Meter langen Startbahn. Das sei nicht mehr möglich, wenn im Gewerbegebiet zwischen Grub und Parsdorf gebaut werde, sagt Joosten.

Denn der Flugplatz liegt genau im Grenzgebiet zwischen Vaterstetten, Poing und Kirchheim. Seitdem die Gewerbepläne der Gemeinde bekannt sind, wird nach einer Alternativfläche gesucht, bisher ohne Erfolg.

Thema im Gemeinderat 

Bei der Änderung des Flächennutzungsplanes für den Gewerbepark war der Modellflugplatz jetzt wieder Thema im Gemeinderat. Seit mehr als 20 Jahren heben von der Startbahn Modellflugzeuge ab. Der MFC Red Baron, mit derzeit rund 115 Mitgliedern, wurde im Februar 1995 in Kirchheim gegründet. Das erste Fluggelände im Kirchheimer Moos musste nach kurzer Zeit aufgegeben werden.

Zwei Jahre später konnte der Verein ein rund 1,1 Hektar großes Gelände des Staatsguts Grub nutzen. Der Pachtvertrag wurde jährlich verlängert.

Georg Kast, Wirtschaftsförderer der Gemeinde Vater-stetten, wies im Gemeinderat auf die besondere Situation hin. Der Verein fliege nicht nur kleine Modelle, sondern auch Modelle mit bis zu acht Metern Spannweite. Da gebe es andere Einschränkungen. Kast berichtete von Gesprächen mit Eigentümern möglicherweise passender Grundstücke, die ohne positives Ergebnis verlaufen seien.

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Ähnlich auch das Fazit des Modellflugclubs. Kürzlich habe sich ein Landwirt durchaus zugänglich gezeigt. Er habe aber am Rand seines möglicherweise passenden Grundstücks ein anderes Areals an einen Jäger verpachtet, der die Nachbarschaft der Modellflieger sehr skeptisch betrachtete.

Enttäuscht ist Frank Joosten auch von der Politik. Weil der damalige Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler Hubert Aiwanger sich gegen Flächenfraß gewandt hatte, hatte Joosten ihm einen Brief geschrieben. Nachdem Aiwanger Bayerischer Wirtschaftsminister geworden war, sei die Antwort gekommen, er sei dafür nicht zuständig und leite den Brief an die zuständige Stelle weiter. „Seitdem habe ich nichts mehr davon gehört“, so Joosten.

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Weiter auf der Suche

Er hat grundsätzlich Verständnis für die Pläne der Gemeinde Vaterstetten, auch weil es um Gewerbesteuer geht. „Aber muss man denn alles zubauen?“ Er frage sich, ob eine derartige Expansion im Münchner Umland nötig sei.

Die Hoffnung, den Flugplatz doch nicht schließen zu müssen, hat Joosten noch nicht aufgegeben. Denn ohne Flugplatz ist auch der Verein in Gefahr.

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