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Claudia und Martin Kopp mit ihrem behinderten Sohn Oskar im Dezember 2017. Da ahnte das Ehepaar noch nichts von einem weiteren Schicksalsschlag. Inzwischen ist auch die junge Mutter ein Pflegefall. 

„Claudia muss zurück ins Leben“

Zwei Schicksalsschläge zerstörten Familienglück

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Martin Kopp will kämpfen. Er will nach zwei schweren Schicksalsschlägen kämpfen für seine Frau Claudia, seinen Sohn Oskar und seine Familie.

Parsdorf/Vaterstetten – Aber der Aufgabenberg, den Kopp dabei bewältigen muss, ist riesig. Martin Kopp braucht deshalb Hilfe. „Claudia muss zurück ins Leben“, sagt er. Seine ganze Hoffnung: „Oskar soll seine Mama wieder bekommen.“

Der erste Schicksalsschlag: Frühchen Oskar ist nach Herzstillstand behindert

Die erschütternde Geschichte der Familie beginnt im Jahr 2014. Da freut sich das Ehepaar, weil Claudia ein Baby erwartet. Dann gibt es Komplikationen. Sohn Oskar muss in der 26. Woche per Kaiserschnitt geholt werden – Claudia hatte eine Schwangerschaftsvergiftung erlitten. Der Bub ist winzig, das Frühchen wiegt nur 380 Gramm. 

Die Ärzte bereiten die Eltern darauf vor, dass das Kind bald sterben könnte. „Aber er überlebte die Geburt und entwickelte sich sehr gut“, berichtet der Ehemann. Er kann Frau und Sohn nach Hause holen, wo die Familie in Parsdorf zur Miete wohnt.

Nach acht Tagen dann ein Schock: Als Oskar in den Armen seiner Mama liegt, hört er plötzlich auf zu atmen. Verzweifelt beginnt die junge Mutter, ihr Baby zu reanimieren. „Nach zehn Minuten war der Notarzt da“, erinnert sich Vater Martin. Es folgen schlimme Momente, denn der Säugling muss weitere 20 Minuten reanimiert werden. „Dann kam der Herzschlag wieder. Er überlebte.“ Aber trotz dieser guten Nachricht ist danach nichts mehr, wie es vorher war. Durch den Sauerstoffmangel ist der Bub fortan behindert.

Die Familie nimmt dieses Schicksal klaglos an. Das Ehepaar liebt seinen Sohn, der künstlich ernährt werden muss, schwer pflegebedürftig ist und viel Zuwendung braucht. „Wir stellten uns gemeinsam der Verantwortung. Ich kam oft an meine Grenzen. Aber Claudia war stark“, berichtet der Aufzugsmonteur (32) über seine 35-jährige Ehefrau. „Sie wusste, was zu tun war, saugte die Atemwege ab, wechselte den Ernährungsbutton. Andere fahren dafür ins Krankenhaus.“ 

Trotz der großen Belastung geht Claudia in Teilzeit arbeiten. Oskar macht kleine Fortschritte. 

Der zweite Schicksalsschlag: Claudia fällt ins Wachkoma

Im April 2018 dann aber ein weiterer Schicksalsschlag. Claudia muss selbst ins Krankenhaus wegen einer Gallenblasenentzündung. Sie soll operiert werden, berichtet Martin. Nach seiner Schilderung erhält seine Frau vor dem Eingriff ein Antibiotikum. Sie verträgt das Medikament nicht, erleidet einen allergischen Schock. Ihr Herz bleibt stehen. „Wie unser Sohn wurde sie reanimiert.“ 

Danach fällt Claudia in ein Wachkoma. Erst Wochen später ist sie ansprechbar. „Das war nicht so, wie man es aus dem Fernsehen kennt“, schildert der Parsdorfer diese Momente seines Lebens. Die Diagnose ist furchtbar. Die 35-Jährige hat ebenfalls einen Hirnschaden erlitten. „Sie muss vieles neu lernen“, berichtet ihr Mann. Inzwischen kann Claudia für ein bis zwei Stunden im Rollstuhl sitzen. An die Pflege ihres Sohnes ist derzeit nicht zu denken. „Sie erholt sich nur langsam.“

Krankenkasse will spezielle Therapie nicht bezahlen

Martin Kopp setzt jetzt große Hoffnungen auf eine Therapie einer speziellen Einrichtung in Kiefersfelden. Das Problem dabei: Die Krankenkasse will diese Kosten nicht bezahlen. Claudia droht die Abschiebung in ein Pflegeheim, berichtet Martin. 

Damit will er sich nicht abfinden. Zur Sorge um seine Frau kommt die Belastung mit Oskar, der untertags in der Pfennigparade betreut wird. „Ich arbeite Vollzeit und übernehme die Pflege für unseren Sohn.“ Martin ist damit oft rund um die Uhr im Einsatz. Er will seine Claudia zurück, hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich doch alles zum Guten wendet. 

Dafür hat er im Internet eine Spendenaktion gestartet, weil er die Kosten nicht alleine schultern kann. Innerhalb von drei Tagen haben dort 110 Personen über 7500 Euro eingezahlt. 36 000 Euro braucht die Familie aber für ein Jahr der Rehabilitation von Claudia. Die Ärzte sagen, sie habe eine Chance, „weil sie so jung ist.“ „Ich habe nicht gedacht, dass die Menschen Anteil an uns nehmen“, sagt Martin.

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