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Wählen kann der Münchner Autobauer unter mehreren Standort-Angeboten für das Forschungs-Logistikzentrum. Vaterstetten ist jetzt auch unter den Bewerbern.

Grundsatzbeschluss zu Logistikzentrum für BMW-Forschungs- und Prototypenbau

Vaterstetten wittert Riesenchance

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Mit deutlicher Mehrheit hat sich der Gemeinderat Vaterstetten für eine Ansiedlung eines Logistikzentrums für den Forschungs- und Prototypenbau von BMW in einem neuen Gewerbegebiet nördlich der A 94 bei Parsdorf ausgesprochen. Am gleichen Abend votierte parallel dazu der Bauausschuss in einer eingeschobenen Sondersitzung für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Damit bewirbt sich jetzt die Kommune beim Münchner Autobauer. Ob Vaterstetten tatsächlich den Zuschlag bekommt, ist offen. Es gibt noch weitere Mitbewerber.

Parsdorf– Die SPD ist kritisch: Die Genossen bemängeln, dass zu wenige Informationen über das Projekt der Münchner vorlägen. Man solle keine überstürzte Entscheidung treffen. Wenn der Standort wirklich so attraktiv sei, würden sich auch andere Bewerber finden, so SPD-Fraktionssprecher Josef Mittermeier,

„Das wäre ein erheblicher Imagegewinn für die Gemeinde“, betonte hingegen CSU-Fraktionssprecher Michael Niebler. Er verwies unter anderem auf dringend benötigte Gewerbesteuereinnahmen, um die Infrastruktur-Maßnahmen wie Schulen und Kindergärten in den kommenden Jahren finanzieren zu können. Vaterstetten habe bei der Gewerbesteuer ein „strukturelles Defizit“ und liege unter dem Durchschnitt vergleichbarer Kommunen. Die BMW-Ansiedlung sei eine „Riesenchance für die Gemeinde“. Nach den Beschlüssen der Kommune sei aber zunächst BMW am Zuge. Zudem werde mit dem heutigen Beschluss noch kein Baurecht geschaffen. Würde heißen: Zum Bau des BMW-Logistikzentrums kommt es laut Niebler nur, wenn sich zum einen BMW für die Fläche in Parsdorf entscheidet und zum anderen der Gemeinderat einen Bebauungsplan erlässt.

Das sieht Mittermeier von der SPD kritisch. Zwar habe man tatsächlich noch kein Baurecht beschlossen. Wenn Vaterstetten aber später eine Ansiedlung von BMW ablehne, dann komme es zu einem Image-Schaden der Gemeinde. Und Axel Weingärtner (Grüne) meinte, wenn man jetzt sage man wolle BMW, dann könne man später „nicht mehr zurück.“ Alles andere sei „realitätsfremd“.

Vorgesehen wäre nach derzeitigen Informationen auf einem Gelände an der nördlichen Gemeindegrenze von Vaterstetten in Richtung Grub (Gemeinde Vaterstetten) auf einem Areal von 7,3 Hektar eine Halle von rund 35 000 Quadratmetern Geschossfläche. In einem zweiten Bauabschnitt soll auf 55 000 Quadratmeter Geschossfläche erweitert werden können. Entstehen soll auch ein oberirdisches Parkhaus mit 280 Stellplätzen. Erwartet werden rund 20 Lkw-Fahrbewegungen pro Stunde.

Parallel zum Bebauungsplan will die Gemeinde eine Rahmenplanung erstellen, die über das mögliche BMW-Gelände hinausgeht. Das wäre die Grundlage zu einer weiteren Entwicklung eines größeren Gewerbegebietes. Hierzu soll erneut Kontakt mit dem Nachbarn Poing aufgenommen werden. Zudem ist eine gemeinsame Sitzung der beiden Gemeinderäte geplant.

Schon zuvor hatte sich der Gemeindesrat für die Aufstellung eines Kriterienkatalogs zur künftigen Ansiedlung von Gewerbebetrieben nördlich der A 94 ausgesprochen. Die Initiative dazu kam von der SPD (wir berichteten). Vorschläge der Genossen sollen nun Grundlage für Beratungen einer Arbeitsgruppe sein. Rathaus-Wirtschaftsförderer Georg Kast warnte allerdings davor, die Kriterien zu eng zu fassen.

SPD-Fraktionssprecher Josef Mittermeier bedauerte, dass das erste dort möglicherweise umzusetzende Projekt, nämlich die BMW-Ansiedlung, an diesen noch zu fassenden Vorgaben vorbei entwickelt werde. Herbert Uhl (Freie Wähler) wies darauf hin, dass es, falls die Pläne von BMW nicht den gemeinsam erarbeitenden Kriterien entsprächen, es eine Rückzugsmöglichkeit geben müsse.

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