Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund

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Wie hier südlich der Autobahn-Anschlussstelle Parsdorf könnte auch nördlich der A 94 ein Gewerbegebiet entstehen.

Ortsentwicklung

Vaterstetten: Und noch ein Gewerbegebiet

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Vaterstetten braucht Geld, um seine Zukunftsprojekte umsetzen zu können. Jetzt wird über ein neues Gewerbegebiet nördlich der A 94 nachgedacht.

Vaterstetten – Noch ist nicht entschieden, ob sich ein Teil des Großmarktes München in der Gemeinde Vaterstetten nördlich der Autobahn in Richtung Poing ansiedelt. Die Bürgerversammlung in Parsdorf hat sich dagegen ausgesprochen. Klar ist aber, dass die Gemeinde unabhängig von den Großmarktplänen dort über ein neues Gewerbegebiet nachdenkt. „Es gibt auch andere Bewerber, die zu uns wollen“, sagt der gemeindliche Wirtschaftsförderer Georg Kast. „Wir arbeiten an dem Thema. Ich glaube, dass es eine Fläche geben wird, ja geben muss.“

Um die laufenden und geplanten Zukunftsprojekte in der Großgemeinde umsetzen zu können, braucht die Kommune Geld. Die Liste ist lang, von Kindergärten über die Schulen, die Feuerwehren und das Sportgelände bis hin zu einem neuen Rathaus. Kast rechnet mit einem benötigten Finanzvolumen von rund 180 Millionen Euro. Ein Teil davon könne durch Zuschüsse gedeckt werden. Die Gemeinde müsse jedoch einen erheblichen Teil aufbringen. Dazu seien zusätzliche Einnahmen von jährlich rund fünf Millionen Euro notwendig. Zum Vergleich: Derzeit sind Gewerbesteuereinnnahmen von 7,5 Millionen Euro für dieses Jahr im Haushalt vorgesehen.

Nördlich der Autobahn gab es bereits einmal Überlegungen für ein interkommunales Gewerbegebiet der Gemeinden Vaterstetten und Poing. „Dazu gibt es einen Beschluss“, sagt Kast. Die Rede war damals von rund 30 Hektar. Nun könnte Vater-stetten das Projekt wohl alleine umsetzen, auf einer kleineren Fläche. Einen Investor, der den Händlern des Großmarktes in absehbarer Zeit Pläne vorstellen will, gebe es bereits.

Grundsätzlich sei die Genehmigungsfähigkeit für das Gelände, das derzeit noch in Staatsbesitz ist, geklärt, so Kast. Ein gleichwertiges Tauschgrundstück stehe zur Verfügung. Kast räumte ein: „Das wird nicht auf großes Hurra in der Bevölkerung stoßen.“ Man müsse das Projekt „verträglich umsetzen“.

Für Aufregung hatte kürzlich die Vaterstettener FDP gesorgt, die erklärte, die Wirtschaftsförderung der Gemeinde sei gescheitert. Die Liberalen forderten ein neues Konzept mit hochwertigeren Arbeitsplätzen und höheren Steuereinnahmen. Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) räumte Versäumnisse in früheren Zeiten ein. Kast gab den Kritikern teilweise recht. Nur: Die Arbeitsplätze, die die FDP fordere, werde es in Vaterstetten „nicht geben“. In der Kommune gebe es schon Lehrstand von Büroflächen.

Kritisiert hatte die FDP zudem den Branchenmix im neuen Gewerbegebiet Parsdorf. Kast räumte ein, bei OBI „sehen wir definitiv keine Gewerbesteuer“. Es gebe nur Umsatzsteuerbeteiligung. Verantwortlich für die Ansiedlungen sei aber weitgehend der Investor. „Wir waren nicht mutig genug, das Gewerbegebiet selber zu kaufen, zu bestücken und zu vermarkten.“

Die Kritik der FDP gehe in Richtung Politik, betont Kast: „Wenn man dem Wirtschaftsförderer keine Flächen gibt, dann kann er auch nichts tun.“

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