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Viel Verkehr herrscht in den Dörfern im Norden der Großgemeinde Vaterstetten.

Verkehr Vaterstetten

Umfahrung bekommt Schub

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Nach schlechten Gutachternoten zu seinen Bürgermeister-Varianten wirbt Rathauschef Georg Reitsberger für Kompromiss, der eine breite Mehrheit bekommt. Das Planfeststellungsverfahren mit der vom Gemeinderat mehrheitlich favorisierten Variante läuft weiter.

Vaterstetten – Die Aussagen von Gutachter Harald Kurzak waren deutlich. Die so genannten Bürgermeister-Varianten zu einer Umfahrung im Nordwesten der Gemeinde Vaterstetten bringen für Weißenfeld einiges, Parsdorf und Hergolding würden jedoch nicht entlastet. Die vom Gemeinderat mehrheitlich favorisierte Variante 8c hingegen würde für alle Orte „die beste Entlastung“ bringen. Das hat eine Überprüfung der neuen Vorschläge ergeben.

Nach diesem Ergebnis präsentierte das Rathaus einen Kompromiss. Das Planfeststellungsverfahren soll nun mit der Variante 8c weitergeführt werden. Sollten sich nach Planfeststellungsbeschluss und Bau der beiden ersten Abschnitte, vor allem also der Brücke über die Autobahn, die Ausbaupläne der Autobahndirektion Südbayern konkretisieren, könnte dann die Planung der folgenden Abschnitte angepasst werden.

Hintergrund: Die Variante 8c führt nördlich der Autobahn bei Parsdorf zwischen der A 94 und der ehemaligen Kiesgrube zunächst nach Westen, dann mit einer Brücke über die Autobahn nach Süden. Die Umfahrungstrasse würden anschießend einerseits nördlich an Weißenfeld vorbei nach Westen und unter der A 99 Richtung Feldkirchen sowie östlich von Weißenfeld nach Süden Richtung Vaterstetten verlaufen. Weil aber die Autobahndirektion große Umbauten angekündigt hat, sah Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) die Möglichkeit für andere Varianten, die aus seiner Sicht umweltverträglicher wären. „Es ist nicht alles auf meinem Mist gewachsen. Ich habe auch Anregungen von außen bekommen.“ Wie das Gutachten jetzt ergab, ist jedoch die Entlastungswirkung dieser Trassen nicht optimal.

Weiter für die Bürgermeistervarianten sprach sich Herbert Uhl (Freie Wähler) aus. „Man sollte nicht nur die Verkehrszahlen betrachten, sondern auch andere Faktoren berücksichtigen.“ Ähnlich auch sein Fraktionskollege Peter Reitsberger, der von einem „Kriterienkatalog für Umgehungsstraßen“ sprach.

Bürgermeister Georg Reitsberger warb in der Sitzung für den Kompromissvorschlag, dem sich auch der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Roland Meier, anschloss. Sehr zur Freude von Umfahrungsbefürworter Michael Niebler. „Wir steuern auf eine noch größere Mehrheit zu“, so der Fraktionssprecher der CSU. Und direkt an den Bürgermeister gewandt betonte Niebler: „Ich bin dankbar, dass Du jetzt hinter dem Kompromiss stehst.“

SPD-Fraktionssprecher Josef Mittermeier sah bei einer Verzögerung jedoch die Gefahr, dass Chaos entsteht. Zudem werde die Umfahrung ihre volle Wirksamkeit nur erreichen, wenn alle Abschnitte gebaut werden. Mittermeier wollte deshalb den Beschluss noch etwas zuspitzen. Andere Überlegungen für die späteren Bauabschnitte sollten nicht einbezogen werden, wenn dadurch Verzögerung entstünden oder die Entlastungswirkung gefährdet werde. Das ging dann Bürgermeister Reitsberger doch zu weit. „Wenn wir etwa bauen, dann dürfen wir uns nichts verbauen.“

Die Sitzung wurde kurz unterbrochen, die SPD zog anschließend ihren Antrag zurück.

„Unser Ziel ist die maximale Entlastung für alle Ortschaften“, erklärte Bauamtschefin Brigitte Littke. „Wir führen das Verfahren zu Ende und fangen dann an, zu bauen. Wir machen das in Teilabschnitten.“ Und Manfred Weber, zuständiger Sachgebietsleiter im Rathaus, ergänzte: „Wir wollen natürlich alles bauen. Wenn sich irgendetwas ändert, dann sind wir darauf vorbereitet.“

Die Gemeinde steht jedoch unter einem gewissen Zeitdruck: Denn der Investor im neuen Gewerbegebiet Parsdorf hat sich verpflichtet, wegen der zusätzlichen Verkehrsbelastung rund 4,5 Millionen Euro für das Projekt beizusteuern. Bedingung: Bis Ende 2023 muss der nördliche Teil der Umfahrung samt der Autobahnbrücke „verkehrswirksam“ sein. Sonst fließt kein Geld.

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