Paul Napieralla ist tot: So war sein Leben

Grafing - Paul Napieralla, Ehrenvorsitzender der Krieger- und Soldatenvereine im Landkreis ist gestorben. Fünf Tage vor seinem 88. Geburstag.

Sein Engagement für die Kriegsgräberfürsorge und für die Völkerverständigung wurde vor Jahren mit dem Bayerischen Verdienstorden gewürdigt. Die letzte Anerkennung für seinen unermüdliche Einsatz brachte ihm Jörg Raab, Geschäftsführer des Volksbundes für Oberbayern, noch ans Krankenbett. „Darüber hat er sich unglaublich gefreut“, berichtet die Familie, zu der vier längst erwachsene Kinder gehören. Jetzt ist Paul Napiralla, der Ehrenvorsitzende des Kreisverbandes der Krieger- und Soldatenvereine im Landkreis, fünf Tage vor seinem 88. Geburtstag gestorben. Er war auch Ehrenvorsitzender des Straußdorfer Veteranen- und Kriegervereins.

Napieralla war geprägt durch Kriegserfahrung und Nachkriegszeit, die den jungen Soldaten aus der Mark Brandenburg nach Afrika, ins Lazarett und zum Schluss in ein amerikanisches Kriegsgefangenenlager brachten. Dass er das Grab seines Vaters nie gefunden hat, erklärt für seinen Sohn Wolfgang „vielleicht ein bisschen, warum er sich so für die Kriegsgräberfürsorge eingesetzt hat.“ Dass viele Soldaten lange nach den letzten Kampfhandlungen bei einem Eisenbahnunglück in Oberelkofen das Leben verloren haben, hat ihn zeitlebens stark beschäftigt.

Als es nach Kriegsende hieß, die bayerische Landwirtschaft braucht Helfer, und wer dazu bereit sei, werde aus der Gefangenschaft entlassen, war Napieralla einer der ersten, die den Sprung aus dem Camp in Bad Aibling in eine ungewisse Zukunft wagten. Das Schicksal meinte es aber gut mit ihm. Er fand nicht nur Anstellung als Bulldogfahrer auf dem Gut Senkenberg, sondern auch seine Frau, später einen Job auf Lebenszeit bei der Bahn, wo er es „bis zum Obersekretär brachte“, wie er in seinen Lebenserinnerungen festgehalten hat. „So war Papas Leben“, schrieb er selbst über die Zeilen, die das beinhalten, was ihm im Leben wichtig war, und was seine Kinder jetzt in Händen halten.

In Straußdorf fand Napieralla eine Heimat, integrierte sich in das Dorfleben „lernte bairisch“, engagierte sich in den Vereinen und half auf dem Behmer-Hof mit, als der Bauer bei einem Unfall starb. Zur Familie Lechner, besonders zu Sohn Martin, hatte er deshalb ein enges Verhältnis. Napierallas liebster Platz war auf der Hausbank unter einer Kastanie.

Rosenkranz ist am Montag um 19 Uhr, Beerdigung am Dienstag, 3. Januar, um 14 Uhr in Straußdorf.

Von Michael Seeholzer

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