Die Wallfahrtskirche Maria Altenburg in der Gemeinde Moosach. Foto: Stefan Rossmann

Pferde und Rotwild für Maria Altenburg

Moosach - Eine Pferdepension will mehr Fläche beanspruchen als ursprünglich geplant - und die Moosacher finden das gut.

Rund um die Wallfahrtskirche Maria Altenburg in Moosach soll eine Pferdepension mit Koppeln und einem Rotwildgehege entstehen. Dem Bauvorhaben hatte der Gemeinderat bereits mehrheitlich zugestimmt. Zur jüngsten Sitzung lagen jedoch verschiedene Planänderungen zum ursprünglichen Antrag auf dem Tisch.

Entgegen der ursprünglichen Absicht, das geplante Rotwildgehege auf beiden Seiten der Zufahrtsstraße, des Kreuzweges, zu situieren, soll das Gehege nun nur auf der westlichen Seite angelegt werden. Eine beidseitige, hohe Einzäunung der Zufahrtsstraße nach Altenburg, die in Gemeindehand liegt, entfällt. Die Zufahrtsstraße ist zugleich ein Kreuzweg und ein beliebter Spazierweg zur Wallfahrtskirche. Die auf der Westseite geplante Maschinen- und Futterhalle entfällt nun ebenfalls und soll an der neuen Hofstelle errichtet werden.

Hier sind folgende Gebäude geplant: eine 12x18 Meter große Maschinenhalle, eine 42x22 Meter große Reithalle mit Toiletten und Stüberl, ein 33x12 Meter großes Service- und Futterlager mit Sattelkammer und Deckenraum, ein 48x12 Meter großer Paddock- und Bewegungsstall sowie eine 16x8 Meter große, überdachte Mistlege.

Die neuen Gebäude sollen gegenüber der Vorplanung um rund 50 Meter weiter nordwestlich errichtet werden, damit wird der öffentlich gewidmete Feld- und Waldweg Nr. 10 nicht mehr überbaut.

Laut Betriebskonzept übernimmt der Eigentümer die Bewirtschaftung der Hofstelle selbst. Vorgesehen ist die artgerechte Haltung von 32 Pferden, 30 Stück Rotwild und Schafhaltung zur Weidepflege. Allerdings ist aufgrund der geänderten Gebäudesituierung eine wasser- und abwasserrechtliche Versorgung des Baugrundstückes nicht mehr gesichert.

Grundsätzlich stellte der Gemeinderat fest, dass die geänderte Planung mehr überbaute Grundfläche umfasst und durch die aufgelockerte Bauweise mehr Außenbereichsfläche in Anspruch nimmt. Damit könnte die gesetzliche Vorgabe zur größtmöglichen Schonung des Außenbereichs verletzt sein. Planungsrechtlich liegen die Grundstücke nämlich im Außenbereich. Außerdem sind diese Flächen auch von der Landschaftsschutzgebietsverordnung „Steinsee, Moosach, Doblbach, Brucker Moos und Umgebung“ erfasst. Allerdings ist ein solches Bauvorhaben im Außenbereich zulässig, „wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen und es einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb dient“.

Ein öffentlicher Belang könnte die Landschaftsschutzgebiets-Verordnung sein. Dies und die Privilegierung des gesamten Projektes muss das Landratsamt Ebersberg nun prüfen. Der Gemeinderat stimmte dem Bauvorhaben grundsätzlich zu, forderte aber eine größtmögliche Schonung des Außenbereichs in dieser sensiblen Lage. Zur kanal- und abwassertechnischen Erschließung der Hofstelle soll mit dem Bauherrn eine Sondervereinbarung abgeschlossen werden, deren Kosten der Baubewerber zu tragen hat.

Von Christine Gerneth

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