Michael Grünebach auf dem Weg zum Basislager des Shisha Pangma.

Pienzenauer (24) besteigt 8000er in Tibet

Pienzenau - Nur ein kleines Zeitfenster hatten Michael Grünebach und seine Begleiter am Dienstag, um auf den Achttausender in Tibet zu kommen. Der Shisha Pangma, der „Bereich oberhalb der grasbewachsenen Ebene“, war ihr Ziel. Am Mittwoch sprach Grünebach mit seinen Eltern.

Pienzenau - Per Satellitentelefon meldete sich der 24-jährige Pienzenauer aus dem Basislager des Shisha Pangma, wohin ihn seine „Ultratour II“ geführt hatte. „Michael hat gesagt, dass er sehr glücklich ist, die Besteigung geschafft zu haben“, berichtet seine Mutter Cornelia Grünebach. „Wir konnten nicht lange reden, die Verbindung war sehr schlecht.“

Am 17. Juli hatte sich Michael Grünebach auf den Weg gemacht. Mit im Gepäck: sein Fahrrad. Zunächst ging es mit dem Flugzeug in die kasachische Hauptstadt Almaty. Dort traf er Christian Rottenegger und Annette Kniffler. „Er hat die beiden vor ein paar Jahren kennengelernt“, sagt Cornelia Grünebach. Michael habe damals einen Vortrag über seine Fahrradtour von Pienzenau nach Peking (wir berichteten) gehalten. „So kam es, dass sie das nun zusammen gemacht haben.“

Gemeinsam radelte das Trio nun nach China. Auf seiner Internetseite schreibt Grünebach über diesen Teil der Reise: „Seitdem wir in China sind kam eine Enttäuschung nach der anderen. Anscheinend sind in Xinjiang vor kurzem 14 Menschen bei Ausschreitungen zwischen Han und Uiguren umgebracht worden, darunter Polizisten. Deshalb ist die Polizei und Militär Präsenz enorm, und wir haben nur Probleme. Die Hotels beherbergen keine Ausländer mehr, und wir durften in der Gegend um Yining nicht mehr radeln. (...) Bei einer Polizeikontrolle mussten wir mit dem Auto zurück ins 250 km entfernte Yining, um ein Sonderpermit für die Durchfahrt der Region zu beantragen (...).“

Schließlich gelangten die Abenteuerer an den Rand der Taklamakan-Wüste, der zweitgrößten Sandwüste der Erde, die sie mit den Fahrrädern durchquerten. Weiter ging es auf dem „Tibet-Highway“ durch das tibetanische Hochland, teils mit dem Rad, teils mit einem Begleitjeep der chinesischen Behörden. In der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu stießen die beiden Bergesteiger Helmut Hackl und Andreas Seiler zu dem Expeditionsteam. Gemeinsam fuhren sie am 25. September mit Gepäck, aber ohne Räder hinauf zum Basislager des Shisha Pangma auf rund 5200 Meter. Das Wetter war alles andere als günstig für die Besteigung des 8027 Meter hohen Berges. „Wir hörten von Stürmen und Lawinen“, berichtet Cornelia Grünebach. Einmal sei für neun Tage der Kontakt abgebrochen. „Da sitzt man schon mit Bammel zuhause.“

Am vergangenen Montag, nutzten Michael Grünebach und Helmut Hackl die letzte Möglichkeit, den Achttausender zu erklimmen. Das Wetter versprach etwas besser zu werden. Am Dienstag standen sie auf dem Gipfel.

Anfang November wird der Pienzenauer zurückerwartet.

Von Tanja Beetz

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