Pilotprojekt soll Schwung in die Geothermie bringen

Markt Schwaben - Das Projekt „Geothermie Markt Schwaben“ kommt einfach nicht in Schwung. Jetzt macht immerhin die Gemeinde mit und beteiligt sich an den Kosten.

Mit dem Mut der Verzweiflung kämpft die vor drei Jahren gegründete Interessensgemeinschaft „pro Geothermie“ mit mäßigem Erfolg um finanzstarke Mitglieder und Geldgeber. Nun gelang es, auch die Marktgemeinde verbindlich mit ins Boot zu holen. Der Gemeinderat genehmigte einstimmig Ausgaben von 10 000 Euro zur Kostenbewältigung währen der Startphase.

Der neue Weg, um Geothermie mit Wärmenahversorgung endlich näher zum Ziel zu bringen, wurde im „Aktivkreis Energie“ geboren, der zusammen mit weiteren Aktivkreisen auf Anregung von Georg Hohmann nach dessen Amtsantritt ins Leben gerufen worden war.

In enger Zusammenarbeit mit Fachleuten Interessensgemeinschaft „pro Geothermie“ wurde nun ein Projektkonzept erarbeitet, das am Dienstag dem Gemeinderat vorgestellt wurde.

„Wir betreten hier absolutes Neuland“, erklärte der Bürgermeister, „es ist ein Pilotprojekt und hat experimentellen Charakter!“ Danach erläuterten nacheinander Andrä le Coutre vom Aktivkreis und Hans Haushofer für „pro Geothermie“ die wichtigsten Einzelheiten.

„Die Realisierung soll in fünf Phasen ablaufen“, klärte le Coutre auf, „die bei Notwendigkeit unabhängig nacheinander ablaufen könnten“. Das bedeute auch, so der Diplomphysiker weiter, dass im schlimmsten Fall das Projekt nach jeder Phase gestoppt werden könne. Für die ersten Phasen werde nicht so besonders extrem viel Geld benötigt, weil das gesamte Team ehrenamtlich arbeite. Hierfür wurden rund 200 Arbeitsstunden im „Wert“ von 8000 Euro angesetzt, sowie geschätzte Kosten über 10 000 Euro für Gutachten und Prüfungen, Fahrten oder Referenten, sowie „diverses Zubehör“. Ein Betrag, den die Marktgemeinde bereitstellen sollte.

In dieser Phase müsse die technisch und wirtschaftliche Machbarkeit geprüft, eine Gesellschaft „Nahwärme Markt Schwaben“ gegründet und potentielle Partner gesucht werden.

Erst im zweiten Schritt wird die Gesamtplanung ausformuliert und die eigentliche Finanzierung gestartet. Schon in einem Jahr müssten die Verträge mit potentiellen Abnehmern von Nahwärme, wie unter anderem Schulen und Kindergärten, sowie andere gemeindliche Einrichtungen geschlossen sein.

Ein unabhängiger Lenkungsausschuss, in dem unter anderem auch Gemeinderäte aller Fraktionen sitzen werden, prüft die Rechtmäßigkeit der Finanzierungen und Kosten ab der ersten Phase. So Aufbau des Nahwärmenetzes (mindestens eine Million Euro) und die Geothermiebohrungen (rund 15 Millionen Euro).

Läuft alles nach vorgestellten Zeitplänen ab, könnte frühestens Mitte März 2013 die erste Wärme in die Heizungen angeschlossener Gebäude fließen. Die Voraussetzung dafür hat der Marktgemeinderat einstimmig geschaffen.

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