+
Tatkräftige Unterstützung hat Michaela Steurer erhalten, von Schülern der Ganztagsklasse 2a der Poinger Anni-Pickert-Schule.

Projekt "Mein Acker"

Selbst ist der Bauer

  • schließen

Auf dem Burghart-Hof in Ottersberg (Gemeinde Pliening) ist erstmals das Projekt "Mein Acker" gestartet. 13 Parzellen hat Bäuerin Lisi Burghart an Privatpersonen verpachtet, die bis Ende Oktober Gemüse und Co. anpflanzen und ernten. 

Selbst Gemüse angepflanzt hat sie noch nie, einen Garten hat sie auch keinen – seit Freitag aber ist Michaela Steurer Besitzerin eines Ackerstreifens. Auf dem Hof von Lisi Burghart in Ottersberg hat die Poingerin eine Fläche gepachtet, um darauf Karotten und Co. zu säen und zu ernten. Bei der Aussaat ist sie gestern von der Ganztagsklasse 2a der Anni-Pickert-Schule aus Poing unterstützt worden, die zusammen mit Lehrerin Lisa Zaus nach Ottersberg gewandert war.

Bei strahlendem Sonnenschein und himmlischer Ruhe oberhalb ackern die Mädchen und Buben den ganzen Vormittag, ausgestattet mit kleinen Schaufeln, Harken und Rechen. „Das macht riesig Spaß“, sagen die Kinder, die konzentriert am Werk sind. Michaela Steurer und Lehrerin Lisa Zaus sind ebenfalls begeistert von dem Projekt „Mein Acker“, das Lisi Burghart heuer erstmals anbietet. 13 Streifen hat sie bis zum Herbst verpachtet, an insgesamt elf Personen bzw. Familien. Zwei haben gleich zwei Stück genommen.

Lisi Burghart freut sich über die jungen Gartler und hilft ihnen bei der Arbeit.

Jedes Feld ist mit den Namen der jeweiligen Hobby-Bauern versehen, dazu steht Burgharts Handynummer drauf, „für Fragen“. Jeder Pächter hat eigene Gießkannen, die am Wassertank aufgefüllt werden können. Klar: Jeder ist für sein Feld selbst verantwortlich. Lisi Burghart steht bei Bedarf lediglich beratend zur Seite. Wer eine Fläche anbaut, braucht sich aber nicht ums Düngen zu kümmern. Das erledigen Lisi und ihr Mann Christian Burghart mit Rindermist. Weil: Es dürfen keine Pflanzenschutzmittel verwendet werden.

Während eine Gruppe der Kinder das Feld von Michaela Steurer bestellt, hat die andere bereits die ersten Arbeiten erledigt und macht Brotzeit. Anschließend dürfen die Mädchen und Buben mit der Bäuerin in den neuen Frischluftstall. Dort erklärt Burghart, wie die Rinder in Kleingruppen auf Stroh gehalten, aufgezogen und mit hofeigenem produzierten Futter versorgt werden. In dem Stall leben Kalbinnen, deren Fleisch feine Fasern hat und deshalb besonders zart ist.

Mit dem Projekt „Mein Acker“ will Lisi Burghart die Landwirtschaft für jedermann erlebbar machen. „Manchmal braucht es halt neue Ideen“, sagt sie lachend. Die Resonanz ist gut, die Vorgabe, zum Start mindestens zehn Flächen zu verpachten, konnte mehr als erfüllt werden. Für den Preis von 90 Euro pro Saison (1. Mai bis 31. Oktober) können die Pächter grundsätzlich anbauen, was sie wollen. Naja, fast: „Außer Rauschmittel“, sagt Burghart mit Augenzwinkern. Also Pflanzen oder Pilze, die hierzu verarbeitet werden könnten.

In ein paar Wochen wird die Klasse 2a wiederkommen – zum Ernten von Karotten und Co. .

Alle Infos zum Burghart-Hof (An der Leiten 24 in Ottersberg) gibt es auf www.burghart-hof.de. Dort stehen auch die Schlachttermine fürs Kalbinnenfleisch.

Armin Rösl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kirchseeon: Bagger schafft Platz für Kinder
Der Bagger schafft den Platz für das neue Haus für Kinder in Kirchseeon. Die Gemeinderäte schauen dabei ganz genau auf die Einhaltung des Kostenrahmens. Die Kinder des …
Kirchseeon: Bagger schafft Platz für Kinder
CSU für Obskures nicht zu haben
Stark, kompetent, motiviert: Diese Attribute nimmt die CSU-Ratsfraktion für sich in Anspruch. Die Christsozialen zogen Bilanz nach der Hälfte der kommunalpolitischen …
CSU für Obskures nicht zu haben
Außergewöhnlich: In Poing entsteht eine besondere Kirche
Poing - In Poing entsteht gerade eine neue Pfarrkirche. Sie soll die Bürger der durch eine Bahnlinie geteilten Gemeinde enger zusammenbringen – Menschen verbinden. Das …
Außergewöhnlich: In Poing entsteht eine besondere Kirche
Steueroase im Ebersberger Forst darf weiter blühen
Die umstrittene Steueroase im Ebersberger Forst wird bleiben. Dort bietet der Landkreis einen sehr niedrigen Gewerbesteuersatz an und verpachtet dazu einen Stadel mit …
Steueroase im Ebersberger Forst darf weiter blühen

Kommentare