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Jedes Teil fertigen sie selbst: Julius (li.) und Korbinian Heigl aus Gelting haben den „Kastenhocker“ erfunden. Am Samstag präsentieren sie ihn in Poing.

Neu auf dem Markt

Sie haben einen sitzen

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Ob auf einer Party, einem Musikfestival oder auf einer Baustelle: Bierkästen stehen dort überall genügend herum. Bequeme Sitzgelegenheiten aber gibt es so gut wie keine. Hier kommen Julius und Korbinian Heigl mit ihrem "Kastenhocker" ins Spiel.

Der Hocker ist ein Sitz, der auf die Kästen von mehr als 50 Brauereien passt. „Von Studenten. Aus Bayern“, werben die Brüder aus Gelting (Gemeinde Pliening) für ihr Produkt. Das vermarkten die beiden seit gut einem Jahr übers Internet, die Nachfrage ist gut. „Wir sind schon raus aus den roten Zahlen“, freut sich Julius Heigl. Vor Kurzem hat eine Brauerei aus Würzburg eine große Stückzahl gekauft.

Im Keller des Elternhauses in Gelting haben Julius und Korbinian eine kleine Werkstatt eingerichtet. Mit Säge, Bohrmaschine und Nähzeug. Jedes Teil ist handgefertigt und einzigartig. Richtig gelesen: Die Brüder nähen auch den Stoff selbst zusammen. Etwa eine halbe Stunde dauert es, bis ein Hocker fertig ist. Auf eine Grobspanplatte kommt zunächst Schaumstoff, dann Polsterwatte drauf. Anschließend wird das Kunstleder übergestülpt und festgetackert. Fertig ist der „Kastenhocker“. An der Unterseite kann der Kunde zwei verschieden große Leisten anschrauben, je nach Größe des Bierkastens. Wichtig: „Unser Hocker wackelt nicht, man sitzt stabil und bequem.“ 30 Euro kostet das Stück, das die Brüder auf Bestellung verschicken (zuzüglich Versandkosten).

Am heutigen Samstag präsentieren Julius und Korbinian Heigl ihre selbstgemachten Hocker zum ersten Mal nicht im Internet, sondern live: Ab 8 Uhr im Getränkemarkt Orterer an der Gruber Straße in Poing. „Wer ein Teil kauft, bekommt eine Flasche Bier obendrauf“, wirbt Julius Heigl.

Der 24-Jährige studiert Betriebswirtschaftslehre in Nürnberg, sein 21-jähriger Bruder Maschinenbau an der Technischen Universität München. „Wir haben schon immer gern gebastelt“, erzählen die beiden. Als er 17 war, hat Julius seinen ersten Bierkasten-Hocker gebaut. „Der war ziemlich wacklig“, erinnert er sich. Jahre später hat er zusammen mit seinem Bruder die Idee erneut aufgegriffen, herumgetüftelt – und das richtige Rezept für den Bau entworfen und die „Kastenhocker GbR“ gegründet. Motto: „Wir haben einen sitzen“. Auf einer Liste dazu stehen die Brauereien, auf deren Kästen die Hocker passen (www.kastenhocker.de).

Armin Rösl

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