Ausgrabungsstätte
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Keine Angst, das Skelett ist nicht echt, sondern aus Plastik. Um eines der freigelegten Gräber zu veranschaulichen, hatte Archäologin Ursula Scharafin-Hölzl (re.) für den Besuch der Schulkinder das Modell in die Grube gelegt

Ausgrabungssfläche

Besuch an der Stätte, wo die ersten Plieninger lebten

  • Armin Rösl
    VonArmin Rösl
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Wo Plienings Seniorenwohnprojekt gebaut wird, gab es fast 1000 Befunde. Die sind abgearbeitet, jetzt besuchten Kinder die Stätte der ersten Plieninger.

Pliening – „Iiiiiiih!!!!“, stößt ein Mädchen aus. Als Ursula Scharafin-Hölzl zwei kleine harte Stücke zum Anfassen herumreicht und sagt: „Das sind Zähne. Ratet mal, von welchem Tier“, ist die Begeisterung in den ersten Sekunden nicht unbedingt groß. „Nein, das ist nicht Iiiiih, das ist gewaschen“, beruhigt die Archäologin. Und die Stücke sind Hunderte Jahre alt.

Pliening: Archäologen entdeckten auch Gräber

Scharafin-Hölzl ist Geschäftsführerin von X-Cavate Archaelogy mit Sitz in Geretsried. Die Grabungsfirma ist seit Wochen auf jener Fläche tätig, auf der die Gemeinde Pliening ihr Senioren-Wohnprojekt errichten wird. Wie berichtet, wurden bei den Untersuchungen und Ausgrabungen fast 1000 Befunde festgestellt, darunter Erwachsenen- und Kindergräber mit entsprechenden Überresten.

Schulkinder erleben Heimatgeschichte live

An einer Grabstelle erläutert die Archäologin den 17 Mädchen und Buben, dass sie hier bei den ersten Plieningern sind, die vor etwa 1200 auf dieser Fläche gelebt haben. Die war laut Erkenntnissen des Archäologenteams schon Tausende Jahre davor, bis in die Steinzeit, und all die Jahre danach, bis heute, ein beliebter Ort, an dem sich Menschen angesiedelt haben. Entsprechende Funde belegen dies. Die erste urkundliche Erwähnung von Pliening stammt aus dem Jahre 813.

Etwa eine Stunde heimatgeschichtlichen Unterricht live vor Ort haben die 17 Kinder der 3. und 4. Klassen am Donnerstag bekommen, die im Rahmen der Mittagsbetreuung der Elterninitiative Pliening die Ausgrabungsstätte besucht haben. Um den Kindern das Grab zu veranschaulichen, hatte Scharafin-Hölzl ein Kunststoff-Skelett ins Grab gelegt. Vor dem ekelten sich die Mädchen und Buben nicht, anders als anfangs vor den echten uralten Zähnen. Die stammen von einem Schwein und einem Rind.

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