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Maibaum aufstellen
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Fünf Monate nach dem 1. Mai ist in Landsham doch noch ein Maibaum aufgestellt worden.

Spät, aber doch

Brauchtum, jetzt erst recht: Maibaum doch noch aufgestellt

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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In ganz Bayern gibt es heuer wegen Corona keine neuen Maibäume. In ganz Bayern? Im kleinen Dorf Landsham ist am 3. Oktober doch noch einer aufgestellt worden.

Kein Witz: Der Maibaumverein Landsham hat am Samstag, 3. Oktober, den Maibaum aufgestellt. Am angestammten Platz nahe dem Dorfplatz, wo alle fünf Jahre ein weiß-blauer-Stamm mit Zunftzeichen in die Höhe gestemmt wird. Das traditionelle Maibaumaufstellen mit Wachhütte im Vorfeld und großem Fest am 1. Mai war allerorts wegen Corona abgesagt worden, auch in Landsham, einem Ortsteil der Gemeinde Pliening. „Im Dezember haben wir den Baum im Wald geschlagen, bis Anfang März regelmäßig gepflegt und bearbeitet“, erzählt Markus Uffinger. Dann kam Corona. Der Schriftführer des Maibaumvereins berichtet, dass die Mitglieder weiterhin den Stamm im Wald regelmäßig gedreht haben, damit er nicht kaputt geht. „Im Sommer haben wir uns dann überlegt, was wir tun.“ Nach vielen Diskussionen und Gesprächen sei der Verein im August zum Entschluss gekommen: Wir stellen den Baum auf.

Vorm Aufstellen wurde der Stamm in der Halle von Helmut Stocker bearbeitet - aber nicht weiß-blau angestrichen.

Die Option, den Maibaum auf 2021 zu verschieben, habe der Verein ausgeschlossen, aus zwei Gründen: „Weil nächstes Jahr turnusgemäß in Pliening ein Maibaum aufgestellt wird, und weil wir unseren Fünf-Jahres-Rhythmus beibehalten wollten“, erläutert Markus Uffinger.

Nachdem die Grundsatzentscheidung gefallen war, habe der Verein mit der Gemeindeverwaltung, mit dem Landratsamt sowie mit dem bayerischen Innen- und dem Gesundheitsministerium Kontakt aufgenommen und nachgefragt, ob a) das Aufstellen überhaupt möglich ist und b) unter welchen Bedingungen. Mit Erfolg: Der Verein erhielt von den Behörden eine Ausnahmegenehmigung. „Am Mittwoch bekamen wir vom Landratsamt das Go“, berichtet der Schriftführer. Der Verein konnte, wie geplant, den Baum drei Tage später, am 3. Oktober, aufstellen.

Bei Ministerien und im Landratsamt nachgefragt

Das allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit – das war eine der Vorgaben der Behörden. Keine Werbung, kein Fest, keine Besucher. „Wir durften nur Helfer dabei haben“, so Uffinger. Insgesamt waren es 30 – mit Mundschutz, Eintragung in eine Anwesenheitsliste und unter Einhaltung der Abstandsregel. Deshalb auch das Aufstellen mit Kran, nicht mit Schwaiberl. Beim Absichern und beim Absperren des Verkehrs geholfen haben die Freiwilligen Feuerwehren Landsham und Kirchheim (mit Drehleiter).

Der Stamm ist 35 Meter und 65 Zentimeter hoch, roh, nackt, nicht weiß-blau angestrichen. Aus hygienischen, aber auch aus Kostengründen. Weil: „Ohne Maibaumfest und ohne Maibaumwachbetrieb haben wir ja keine Einnahmen“, erläutert der Schriftführer. Farbe aber hätte zusätzliches Geld gekostet. Der Verein hat laut Uffinger versucht, die Ausgaben so gering wie möglich zu halten.

Trotzdem ist das Gefühl da: Es ist unser Maibaum!

Markus Uffinger, Schriftführer Maibaumverein Landsham

Den Baum gespendet haben Margot und Max Helneder aus Landsham. Die Verträge mit den Lieferanten von Getränken und Essen, die für den Wachbetrieb in den Wochen vor dem 1. Mai bereits zum Teil abgeschlossen waren, konnten dank des Entgegenkommens der Lieferanten wieder aufgelöst werden, sagt der Schriftführer. Somit seien die Unkosten für das Aufstellen am Samstag relativ gering gewesen.

Bayernhymne aus der Lautsprecherbox

Als der Baum stand und die Fahne aufgezogen wurde, spielte nicht die Musikkapelle, sondern aus einer großen Lautsprecherbox ertönte die Bayernhymne. Danach, aus Anlass des Tags der Deutschen Einheit bzw. dessen 30-jährigen Jubiläums, noch die Europahymne. Aus dem Maibaum ist ein Deutsche-Einheit-Mai-Oktober-Baum geworden. Egal: „Es ging uns darum zu zeigen, dass auch in diesen Zeiten Brauchtum aufrecht erhalten und gelebt werden kann“, sagt Schriftführer Markus Uffinger. Es sei zwar kein normaler Maibaum, „aber trotzdem ist das Gefühl da: Es ist unser Maibaum!“

Wegen der Corona-Pandemie sind nicht nur Maibaumfeste abgesagt worden, sondern auch schon viele Weihnachtsmärkte. Nicht aber in Erding.

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