Auf diesem Gelände wird die Seniorenwohneinrichtung Pliening gebaut. Die Fachplanungen laufen. Laut Bürgermeister Roland Frick soll baldmöglichst der Oberboden abgetragen und mit den archäologischen Untersuchungen begonnen werden.
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Auf diesem Gelände wird die Seniorenwohneinrichtung Pliening gebaut. Die Fachplanungen laufen. Laut Bürgermeister Roland Frick soll baldmöglichst der Oberboden abgetragen und mit den archäologischen Untersuchungen begonnen werden.

Pliening präsentiert Haushalt

Bürgerhaus Pliening: Gemeinde rechnet mit Riesen-Defizit

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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 Alle Veranstaltungen abgesagt - ein Riesen-Defizit für die Gemeinde Pliening. Allein das Bürgerhaus schlägt 2020 mit einem Minus von 460.000 Euro zu Buche.

Pliening – Das Bürgerhaus Pliening ist, wie viele andere Veranstaltungsstätten, wegen der Corona-Pandemie derzeit ungenutzt. Lediglich Gemeinderatssitzungen sowie dringend notwendige Vereinssitzungen finden dort statt. Das führt dazu, dass die Gemeinde Pliening im vergangenen Jahr keinen einzigen Cent an Einnahmen durch Veranstaltungen eingenommen hat. Für das Haushaltsjahr 2021 kalkuliert die Verwaltung vorsichtshalber ebenfalls mit null Euro. Die Ausgaben allerdings für den Unterhalt, für Strom- und andere Kosten bleiben bestehen. Was dazu führt, dass im Haushaltsjahr 2020 ein Fehlbetrag von 460 100 Euro zustande gekommen ist. Das teilte Bürgermeister Roland Frick in der jüngsten Gemeinderatssitzung mit. Für 2021 rechne die Kämmerei mit weiteren 410 100 Euro Minus. Deshalb um 50 000 Euro weniger, weil sie davon ausgeht, dass die Verwaltungsausgaben niedriger sind als 2020. Vor der Corona-Pandemie, im Jahr 2019, betrug der Fehlbetrag knapp 285 000 Euro. Die Gemeinde Pliening vermietet das Bürgerhaus bzw. Saal und/oder Stüberl an Privatpersonen sowie für öffentliche Veranstaltungen. Örtliche Vereine müssen keine Miete zahlen.

In der März-Sitzung des Gemeinderates stellte Bürgermeister Roland Frick den Haushalt 2021 sowie den Finanzplan bis 2024 vor. Beides wurde vom Gemeinderat einstimmig angenommen. Der Haushalt 2021 hat ein Volumen von 27,7 Millionen Euro. An Einnahmen rechnet die Kämmerei unter anderem mit 2,8 Millionen Euro Gewerbesteuer, 5,1 Millionen Euro Einkommenssteuerbeteiligung sowie 735 000 Euro Grundsteuer B (für bebaute und unbebaute Grundstücke) und 362 000 Euro Umsatzsteueranteil.

Kreditaufnahme für sozialen Wohnungsbau

Die wichtigsten Ausgaben: Die Personalkosten betragen laut Kämmerei im Jahr 2021 voraussichtlich knapp 2,6 Millionen Euro (Vorjahr: 2,5 Millionen Euro). An Kreisumlage an den Landkreis Ebersberg wird die Gemeinde Pliening knapp vier Millionen Euro zahlen müssen. Die größte Summe an Ausgaben beträgt 11,2 Millionen Euro für Baumaßnahmen. Hier werden im Haushaltsbericht unter anderem folgende Projekte aufgezählt: Fertigstellung Feuerwehrhaus Pliening und Umbau Feuerwehrhaus Gelting, Umrüstung Rathaus auf LED, Fertigstellung neues Kinderhaus in Landsham-Süd, Neubau Mehrfamilienhäuser Landsham-Süd, Planungskosten für Seniorenwohneinrichtung Pliening, Neubau Photovoltaikanlage Kinderhaus Landsham, Sanierung und Geschosswohnungsbau Alte Schule Gelting. Für den Bau der beiden Mehrfamilienhäuser in Landsham-Süd, in denen die Gemeinde Pliening einkommensorientiert und staatlich geförderte Mietwohnungen anbietet, wird die Kommune einen Kredit in Höhe von 2,4 Millionen Euro aufnehmen, kündigte Bürgermeister Roland Frick an. Außerdem gab er bekannt, dass aufgrund der vielen Baumaßnahmen in den nächsten Jahren ein großer Griff in die Rücklagen der Gemeinde notwendig sein werde. Aktuell beträgt der Stand etwa 18 Millionen Euro, Ende 2021 würden es 12,3 Millionen Euro sein, Ende 2022 dann 603 000 Euro. Bis Ende 2024 sollen die Rücklagen wieder aufgefüllt werden auf dann knapp 2,5 Millionen Euro. Gute Nachricht: Weil die Rücklagen derzeit so hoch sind, muss die Gemeinde Pliening außerdem den 2,4 Millionen Euro keine weiteren Kredite aufnehmen. Bedeutet, dass der Schuldenstand von aktuell 455 000 Euro auf 2,8 Millionen Euro am Ende des Jahres 2021 steigen werde, anschließend aber wieder falle auf 1,3 Millionen Euro Ende 2024. „Die Gemeinde Pliening ist und bleibt handlungsfähig“, zog Bürgermeister Roland Frick als Resümee.

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