Coronavirus Freibier Wirtshaus
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O’zapft is’: Wirtin Anita Stocker an der Freischankanlage in Landsham, die jeder nutzen darf.

„Manche haben sogar Milchkannen dabei“

Wegen Coronavirus geschlossen: Wirtshaus bietet Freibier zum Selbstzapfen an 

Gasthof Stocker aus Landsham hat eine ungewöhnliche Idee: Freibier zum Selbstzapfen. Auf Spendenbasis gibt es dort Helles und Weißbier - und das für einen guten Zweck.

  • Beim Gasthof Stocker in Landsham gibt es Freibier zum Selbstzapfen.
  • Das Wirtshaus musste aufgrund derCorona-Krise vorübergehend auf Essen zum Abholen umstellen.
  • Die Wirtsleute entschieden sich deshalb für eine ungewöhnliche Aktion.

Landsham – Nein, kein Scherz: Beim Gasthof Stocker in Landsham gibt’s jetzt Freibier. Zum Selbstzapfen. Das Wirtsehepaar Anita und Melchior Stocker hat auf dem Hof ihres Wirtshauses eine Zapfanlage aufgestellt. Aus dem linken Hahn strömt Helles vom Augustiner aus München, rechts Weißbier vom Unertl aus Haag (Kreis Mühldorf). Frisch und gekühlt aus Fässern. Auf der Theke steht eine Spendenbox, das Geld kommt 1:1 der BRK-Bereitschaft Poing zugute.

Wegen Corona-Krise: Wirtshaus vorübergehend geschlossen

Wegen der Corona-Pandemie haben auch die Stockers ihr Wirtshaus vorübergehend schließen müssen und auf Essen zum Abholen umgestellt. Das klappt ganz gut, nur: Was tun mit dem Bier, das bereits gelagert war?

Diese Frage hatten sich die Stockers gestellt und den entscheidenden Kick zur Idee mit der Freischankanlage von Alois Unertl erhalten, dem Juniorchef des gleichnamigen Weißbräus in Haag: „Er hat angeboten, uns Bier zu schenken“, erzählen Anita und Melchior Stocker. Weil es für das Bier, das bereits in Fässern für Gastronomiebetriebe abgefüllt war, momentan keinen Bedarf gebe.

Freibier in Zeiten des Coronavirus - Bier gibt's von der Augustiner Brauerei

Das Geschenk haben die Stockers gerne angenommen – und geben es weiter. Dazu das Bier von der Augustiner-Brauerei, das in den Kühlräumen des Wirtshauses lagert.

Von Montag bis Samstag ist die Freischankanlage jeweils von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Auf einer großen Tafel hat Anita Stocker die Regeln geschrieben: Abstand halten, Desinfektionsmittel verwenden und: „nicht ratschen!“. Die Abstände haben die Stockers mit Stühlen markiert, zum Zapfen muss jeder sein Gefäß selbst mitbringen. 

Wirtshaus bietet Freibier zum Selbstzapfen an - „Manche haben sogar Milchkannen dabei“

„Manche haben sogar Milchkannen dabei“, erzählt Melchior Stocker und lacht. Manche stoppen während der Fahrradfahrt und füllen ihre Trinkflasche auf, andere bringen Limo und einen Maßkrug mit und mischen sich ein Radler, erzählen die Wirtsleute. Das Bier wegschütten oder verschenken, das seien die beiden Alternativen gewesen, sagen die Stockers. 

Wirtshaus bietet Freibier zum Selbstzapfen an - Spenden gehen ans BRK

Da haben sie sich für die zweite Möglichkeit entschieden. Und eben die Spendenbox aufgestellt. Die Idee stammt ebenfalls von Alois Unertl, der eine ähnliche Aktion bei sich zuhause macht und die Spenden ebenfalls ans örtliche BRK weiterleitet.

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Freibier in Landsham: Für Nachschub ist gesorgt

Die Resonanz auf die Aktion, die seit wenigen Tagen läuft, sei sehr gut, erzählen die Wirtsleute. Die Spendenfreudigkeit sei hoch. Sorge, dass das Bier ausgeht, braucht’s nicht: Sowohl Augustiner als auch Unertl haben angekündigt, bei Bedarf weitere Fässer zu spendieren, erzählen die Stockers.

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Bitterer sieht es dagegen für ein anderes Wirtshaus aus: Dem Feldmochinger Hof droht das Aus. Der Vermieter, die Stiftung der Raiffeisenbank München-Nord, ist nicht bereit, die Pacht zu stunden.

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